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Kräuter zurückschneiden – 5 Methoden

Zur richtigen Pflege der Kräuter, gehört auch das regelmäßige Kräuter zurückschneiden.
Man unterscheidet nach ein- oder zweijährigen Kräutern, Stauden und Halbsträuchern.

Frische Kräuter sollten in keiner Küche fehlen. Am frischsten geht es vom Garten auf den Tisch. Außerdem sind Kräuter ein schöner und vielseitiger Anblick im Garten und verströmen einen aromatischen Duft. Doch überlässt man sie sich selbst, bleibt es nicht lange so. Jeder Gärtner weiß: Seine Kräuter richtig pflegen heißt auch seine Kräuter zurückschneiden. Denn nur dann wachsen und gedeihen sie.

Neben der allgemeinen Pflege gibt es noch andere Situationen, in denen verstärktes oder gezieltes Wachstum gefragt und damit ein Rückschnitt angebracht ist. Wenn Kräuter sich zu sehr im Garten breit machen, wenn sie nicht richtig wachsen oder wenn man die Ernte in der Küche verwenden möchte, müssen Sie die Kräuter zurückschneiden.

Soll die Pflanze auch nach dem Schnitt gut gedeihen und neues Wachstum ausbilden, muss man dabei einiges berücksichtigen. Nicht nur welcher Teil der Pflanze abgeschnitten wird, sondern auch wo der Schnitt angesetzt wird, ist dabei von entscheidender Bedeutung. Ebenso wichtig ist der richtige Zeitpunkt und die Häufigkeit. All dies hängt auch davon ab, um welche Pflanze es sich handelt. Man unterscheidet grob nach ein- oder zweijährigen Kräutern, Stauden und Halbsträuchern.

Will man unter Berücksichtigung all dieser Faktoren Kräuter zurückschneiden, gibt es einige Methoden, wie der richtige Schnitt für neues Wachstum sorgt.

Mehr zu dem Zurückschneiden von Kräutern, hier in diesem Video:

Methode 1: Blüten entfernen

Egal um welche Pflanze es sich handelt – will man Kräuter zurückschneiden, speziell um das Wachstum zu fördern, muss man die Blüte so früh wie möglich entfernen. Denn die Blüte verlangt der Pflanze viel Energie ab. Entfernt man diese frühzeitig, kann die Pflanze die Energie für das Wachstum und die Vermehrung von Wurzeln, Ästen und Blättern nutzen. Das Schöne daran: Viele Blüten wie die von Schnittlauch, Basilikum und Dill etwa schmecken hervorragend und finden deshalb in der Küche Verwendung. So gewinnt man gleich an zwei Fronten, man kann die Ernte genießen und erhält eine stärkere und größere Pflanze, die wieder mehr Ernten verspricht.

Um das Wachstum von Kräutern zu fördern, muss man die Blüten entfernen.
Basilikumblüten schmecken hervorragend und müssen daher nicht entsorgt werden.

Methode 2: Neue Triebe über dem Wachstumsknoten entfernen

Wollen Sie ein- und zweijährige Kräuter zurückschneiden, so sollten Sie dies direkt über dem Wachstumsknoten tun. Schneidet man den neuen Trieb ab, bilden sich an dieser Stelle aus dem Wachstumsknoten zwei neue Triebe. Das vermehrt nicht nur das Wachstum, sondern sorgt auch für eine schönere, buschigere Form. Saison für diese Art von Kräutern wie etwa Basilikum, Dill oder Majoran ist der ganze Sommer. Um diese Zeit bestmöglich zu nutzen und eine größtmögliche Ernte zu erzielen, sollten Sie ruhig alle paar Wochen auf diese Weise die Kräuter zurückschneiden.

Schneidet man den neuen Trieb ab, bilden sich an dieser Stelle aus dem Wachstumsknoten zwei neue Triebe.
Das Zurückschneiden von Kräutern sollte direkt über dem Wachstumsknoten geschehen.

Methode 3: Spitzen entfernen

Anders müssen Sie vorgehen bei Kräutern wie Frühlingszwiebeln, die von einem zentralen Punkt aus in die Höhe wachsen. Wollen Sie diese Kräuter zurückschneiden, können Sie das Wachstum fördern, indem Sie die Spitzen abernten oder spätestens dann, wenn sie trocken werden, entfernen. An dieser Stelle wächst dann eine neue, frische Spitze. Auch dies so oft wie nötig und möglich wiederholen. Je mehr man erntet, desto mehr wächst nach und desto mehr kann man wieder ernten. So bleibt die Pflanze den ganzen Sommer über produktiv und die Saison kann optimal genutzt werden.

Bei Stauden und Sträuchern wird dies in geringerem Maße nötig sein; doch auch hier lohnt es sich, das Wachstum in richtige Bahnen zu lenken. Ganz ohne Schneiden geht das auch mal, indem Sie nach oben wachsende Zweige zur Seite biegen. An diesen werden dann neue Triebe nach oben wachsen.

Je mehr man vom Kräuterstrauch entfernt, desto mehr wächst nach.
Das Wachstum des Rosmarins kann durch das Spitzen Schneiden gefördert werden.

Methode 4: Kranke und abgestorbene Pflanzenteile entfernen

Bei Krankheitsbefall empfiehlt sich ein radikaler Rückschnitt. Es besteht die Hoffnung, dass die nachwachsenden Blätter gesund sind.

Unabhängig davon, um welche Pflanze es sich handelt, empfiehlt es sich auch, tote Blätter und Äste möglichst bald zu entfernen. Sie sollten jedoch darauf achten, große Blätter und Blätter weiter unten stehen zu lassen, da diese Blätter mehr Sonne aufnehmen als die kleineren. Und ohne das Sonnenlicht ausreichend aufzunehmen, kann die Pflanze natürlich nicht überleben und gedeihen. Als Faustregel sollten Sie nicht mehr als ein Drittel oder maximal die Hälfte der Kräuter zurückschneiden. Sonst könnte es sein, dass sie sich nicht mehr erholen.

Bei Stauden wie Salbei oder Liebstöckel und Halbsträuchern wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian ist das Entfernen abgestorbener Blätter und kahler, trockener Äste die einzige Pflege, die die Kräuter während des Sommers benötigen. Sie ist jedoch wichtig, um Verholzung vorzubeugen und den Pflanzen zu helfen, ihre Form zu behalten. Dadurch wird die Gesundheit der Pflanze unterstützt und ein optimales Wachstum angeregt.

Beim Krankheitsbefall von Salbei empfiehlt sich ein radikaler Rückschnitt.
Unabhängig vom Kraut empfiehlt es sich tote oder kranke Blätter zu entfernen.

Darüber hinaus sollten Sie im Spätherbst dann mehrjährige Pflanzen auf den Winter vorbereiten, indem Sie junge Triebe, die jetzt noch wachsen, abschneiden, um der Kälte weniger Angriffsfläche zu bieten. Stauden werden bis zum Boden zurückgeschnitten.

Methode 5: Großer Rückschnitt

Wer mehrjährige Kräuter zurückschneiden und das Wachstum dadurch fördern will, sollte dies im Frühjahr tun, wenn sich die ersten neuen Triebe zeigen. Dann wird kräftig zurückgeschnitten. Allerdings sollten Sie noch um die 10 cm Grün stehen lassen, sonst könnte die Pflanze absterben. Stark holzende Kräuter wie Lavendel können auch im Sommer noch ein zweites Mal zurückgeschnitten werden.

Eines sei noch angemerkt. Bei allen Formen des Zurückschneidens ist auf das richtige Werkzeug zu achten, ansonsten kann die Pflanze Schaden leiden. Im Regelfall wird ein Messer oder eine Schere reichen. Bei holzigeren Gewächsen sollte das Werkzeug ausreichend stark sein, damit ein sauberer Schnitt zustande kommt. Und natürlich sollte man jedes Werkzeug, das zum Einsatz gelangt, zuvor schleifen und säubern. Sonst riskiert man durch eine stumpfe oder beschädigte Klinge Verletzungen an der Pflanze oder Erkrankungen durch Verunreinigungen.

Kräuter zurückschneiden ist also viel mehr als einfach etwas abschneiden. Es ist, wie wir gesehen haben, wichtig, den richtigen Teil an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit zu entfernen, und dies ausreichend oft.

Im Regelfall reicht ein Messer oder eine Schere zum Zurückschneiden von Kräutern aus.
Bei allen Formen des Zurückschneidens ist auf das richtige Werkzeug zu achten.

Zurückschneiden ist nicht gleich Ernte

Viele Gärtner vernachlässigen das Zurückschneiden und konzentrieren sich allein auf die Ernte, wegen der die Pflanzen ja in der Regel erst angeschafft wurden. Und tatsächlich wird ja auch bei der Ernte etwas zurückgeschnitten und an der Schnittstelle neues Wachstum angeregt. Doch in den meisten Fällen geschieht dies nicht an der optimalen Stelle oder zum besten Zeitpunkt, so dass das Wachstum deutlich besser ausfallen könnte. Wird dann nicht einmal regelmäßig und konsequent geerntet, leidet der Allgemeinzustand der Pflanze, denn wo nichts weggenommen wird, wächst auch nicht viel nach.

Doch selbst wenn man regelmäßig erntet und die Kräuter durch das Entfernen von Blüten, Blätter, Samen, Wurzeln zu neuem Wachstum angeregt, ist der Allgemeinzustand der Pflanze negativ beeinflusst. Dies ist dann gegeben, wenn man es bei dem natürlichen Wachstum eines Triebes belässt, statt durch Zurückschneiden das Wachsen zweier Triebe anzuregen. Gleiches gilt für das Stehenlassen von Pflanzenteilen, die ihre Funktion erfüllt haben, seien es Blüten, trockene Blätter, kahle Äste.

Zurückschneiden ist demnach nicht gleich Ernten, auch wenn zur Ernte ebenfalls etwas von der Pflanze abgeschnitten wird.

Die Ernte zielt darauf, dem Menschen die Kräuterteile zur Verfügung zu stellen, die er in der Küche, für Heilmittel, Düfte oder anderes verwenden will. Kräuter zurückschneiden jedoch zielt darauf, die Pflanze jung und gesund zu halten, so dass genügend Energie für ihr Wachstum zur Verfügung steht und sie letzten Endes mehr Früchte für die Ernte produziert.

Viele Gärtner vernachlässigen das Zurückschneiden und konzentrieren sich allein auf die Ernte.
Das Zurückschneiden von Kräutern bedeutet nicht gleich Ernten.

Entsprechend der Zielsetzung von Ernte und Zurückschneiden unterscheidet sich auch der Zeitpunkt. Bei der Ernte ist darauf zu achten, die volle Reife abzuwarten – zu früh oder zu spät und das Aroma entfaltet sich nicht optimal. Wenn wir Kräuter zurückschneiden, um Wachstum zu fördern, muss jedoch der Wachstumszyklus ins Auge gefasst werden. Sobald neue Triebe sprießen, ist die richtige Zeit, diese zurückzuschneiden, um an den Schnittstellen neues Wachstum anzuregen – aus eins mach zwei. Wenn wir im Herbst zurückschneiden, dann um die Pflanze auf den harten Winter vorzubereiten. Totes Material hat seine produktive Zeit erfüllt und fällt der Pflanze zur Last und wird deshalb beseitigt.

Kräuter zurückschneiden als Rettungsmaßnahme

Das Kräuter zurückschneiden kann direkt, durch den Schnitt neuer Triebe, erfolgen. Auch indirekt ist dies möglich. Dies geschieht dann durch Stärkung der Pflanze durch Entfernen abgestorbener Blätter, um neues Wachstum anzuregen. Das Zurückschneiden kann auch zur Rettung kranker oder schwacher Pflanzen angewandt werden.

Eine von einer Krankheit oder Parasiten befallene Pflanze kann von neuem gesund wachsen. Dies gelingt dann, wenn man sie so weit wie möglich zurückschneidet.

Des Weiteren kann man Pflanzen, die an Schwung verloren haben und kaum noch Wachstum zeigen, durch einen Rückschnitt verjüngen.

Wichtig ist natürlich in beiden Fällen, nicht zu spät zu handeln. Wenn z.B. ein Lavendel zum größten Teil verholzt ist und kaum noch Triebe bildet, wird es schwer, noch genügend Material, sprich neue Triebe zum Zurückschneiden, für eine Umkehr des Prozesses zu finden.

Das Kräuter zurückschneiden kann direkt, durch den Schnitt neuer Triebe, erfolgen.
Kräuter, die an Schwung verloren haben, kann man durch einen Rückschnitt verjüngen.

Kräuter zurückschneiden ist also ein wichtiger Teil der Pflanzenpflege. Sie sollten ihn regelmäßig und gewissenhaft ausführen, um eine optimale Gesundheit der Pflanze im Allgemeinen und ihr Wachstum im Besonderen zu fördern. Im übrigen hat das Zurückschneiden von Kräutern noch einen anderen Vorteil. Die Teile, die nicht in der Küche oder anderweitig Verwendung finden, lassen sich häufig leicht vermehren. Bei vielen Kräutern reicht es, die abgeschnittenen Triebe in ein Glas Wasser in die Sonne zu stellen. Das Wasser sollte man alle paar Tage gegen frisches ausgetauschen. Schon bald werden sich erste Wurzeln an den Trieben zeigen, die dann als neue Pflanzen ausgepflanzt werden können.


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