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Schädlinge bei Zimmerpflanzen – Biologische Bekämpfung

Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel können sich auf die Gesundheit der Pflanze auswirken.
Chemische Schädlingsbekämpfung ist weder gut für den Haushalt, noch für die Pflanze.

Alleine beim Gedanken an Schädlinge spürt man diese förmlich an sich herumkrabbeln. Was im Freien natürliche Feinde von Ungeziefer erledigen, muss im Innenraum vom Menschen reguliert werden. Bei Schädlingsbekämpfung gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Sie können diverse chemische Sprays und Mittel leicht im Handel ersteigern. Diese wirken zumeist das was sie versprechen, können sich aber auf die Gesundheit Ihrer Pflanzen auswirken. Die Natur selbst bietet bei Schädlingen ein gutes Vorbild und zeigt vor wie Schädlingsbekämpfung auf biologische Weise funktioniert. Damit Sie ihre Pflanzen gesund und Chemikalien aus Ihrem Haushalt fern halten können, zeigen wir Ihnen die besten Tipps und Trick um die nervigen Tiere aus Ihren Heim zu verbannen.

Mehr über das Bekämpfen von Schädlingen, hier in diesem Video:

Wie kommen Schädlinge in den Wohnraum?

An dem einen Tag ist die Pflanze noch in voller Pracht, am nächsten ist sie voller Schädlinge. Auch wenn es so wirkt als ob die mikroskopischen Tierchen über Nacht entstanden sind, sie besitzen trotzdem einen Ursprung. Dieser ist meist im Freien zu finden. Wenn Sie Pflanzen von draußen in den Wohnraum stellen, oder gar Pflanzen aus der Natur mitnehmen, kann es durchaus passieren, dass Sie sich ungewollte Untermieter anschleppen. Eine andere Möglichkeit ist, dass sich diese, oder ihre Eier, in der frisch gekauften Erde verstecken. Mancher Befall verbreitet sich auch über Werkzeug und Hände, wenn diese nach dem Kontakt mit “infizierten” Pflanzen nicht ordnungsgemäß gesäubert werden.

Schädlinge erkennen

Wenn Sie Schädlinge gefunden haben ist der wichtigste Teil der Bekämpfung bereits getan. Umso früher sie erkannt und identifiziert werden, umso schneller können Maßnahmen zur Beseitigung getroffen und möglicherweise ein Pflanzenleben gerettet werden. Bei den meisten Schädlingen bei Zimmerpflanzen besteht kein Grund zur Panik. Diese sind meistens nur nervige Gesellen. Manche wiederum fressen Blätter, saugen Pflanzensaft oder hinterlassen schädliche Stoffe und Sie sollten unverzüglich Maßnahmen gegen diese einleiten. Diese Maßnahmen können von einfachem Austrocknen der Erde bis zu schwachen Wasserstoffperoxid-Lösungen reichen.

Schädlinge sollten so schnell wie möglich erkannt werden.
Umso schneller Schädlinge erkannt werden, umso schneller kann gehandelt werden.

Häufig auftretende Schädlinge

Pilzmücken

Diese äußert lästige Insektenart strapaziert Ihre Nerven, ist für die befallene Pflanze aber ungefährlich. Sie legen ihre Eier in die Erde und kommen so in Ihr Zuhause. Pilzmücken ernähren sich, wie ihr Name verraten lässt, von einem Pilz, der sich um die Wurzeln herum ansiedelt. Die Mücken leben in einem Zyklus. Sie schlüpfen aus den Eiern, fressen den Pilz und legen Eier. Damit Sie diese Schädlinge loswerden müssen Sie deren Zyklus durchbrechen. Der einfachste Weg dafür ist es die Erde der Pflanze austrocknen zu lassen.

Dadurch sterben die Eier ab und Sie haben sich von dem Ungeziefer befreit. Sogenannte Fliegen- oder Mückenfallen in Form von Klebestreifen können Ihnen helfen das Problem zu mildern und zeigt Ihnen wie fortgeschritten der Befall ist, beseitigen können diese den Befall aber selten. Bei Pflanzen, die Ihnen eine Trockenperiode nicht verzeihen würden wie beispielsweise Farn, stehen Ihnen andere Möglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählt Zimt oder, noch besser, der echte Ceylon-Zimt. Streuen Sie diesen über die Erdoberfläche und gießen Sie in den nächsten Tagen etwas weniger als sonst. Der Zimt sorgt dafür, dass sich der Pilz um die Wurzeln zurückbildet und in Folge die Mücken verschwinden. Ein positiver Nebeneffekt ist der angenehme Geruch, welcher sich durch diese Zugabe ausbildet.

Pilzmücken sind eine sehr lästige Insektenart- sie sind jedoch ungefährlich.
Um Pilzmücken entgegen zu wirken, sollte man die Pflanzenerde austrocknen lassen.

Blattläuse

Blattläuse können in den unterschiedlichsten Farben auftreten. So gibt es Unterarten die rot, weiß, grün, schwarz oder grün sein können. All diese haben einen runden Körper und sollten so schnell wie möglich behandelt werden. Sie saugen den Saft aus den Blättern und rauben der Pflanze ihre Lebenskraft. Ihr Auftreten bemerkt man meist erst, wenn sich ihre Menge nicht mehr zählen lässt. Um effektiv gegen die Quälgeister vorzugehen, waschen Sie die die Pflanze mit einem kalten Wasserstrahl ab. Sie können dafür den Gartenschlauch benutzen oder die Pflanze ins Waschbecken stellen und mit den Händen nachhelfen. Diesen Vorgang wiederholen Sie 5 Tage lang täglich. Löst das das Problem nicht, ist es Zeit Niemöl anzuwenden.

Das Öl, das aus den Steinfürchten des indischen Niembaumes gewonnen wird, hat einen starken Geruch der an Knoblauch und Zwiebel erinnert, so wie einen bitteren Geschmack. Dieses Öl vertreibt einen Großteil an Schädlingen von Zimmerpflanzen. Mischen Sie das Öl mit Wasser in einer Sprühflasche und schütteln diese kräftig durch. Sprühen Sie nach dem Waschen die Emulsion auf alle betroffenen Teile der Pflanze. Behalten Sie diesen Rhythmus von fünf Tage waschen und anschließendem Besprühen solange bei bis die Invasion zu Ende ist. Als Alternative zu Niemöl, oder auch Neemöl, bietet sich Seifenwasser an. Während durch das Waschen die Blattläuse von der Pflanzenoberfläche gespült werden, erstickt das Niemöl und das Seifenwasser die erwachsenen Blattläuse und die vorhandenen Larven. Damit Sie den zeitaufwändigen Kampf gegen diese Schädlinge nicht führen müssen, können Sie einen möglichen Befall vorbeugen indem Sie Kieselerde auf der Erdoberfläche verteilen.

Blattläuse sind Schädlinge, die in rot, weiß, grün, schwarz oder grün auftreten können.
Blattläuse können in unterschiedlichen Farben auftreten.

Schildläuse

Schildläuse sind ungesellige Zeitgenossen. Die Weibchen haften sich an die Pflanze und legen unter ihrem harten Schild eine enorme Menge an Eiern. Sobald diese Schlüpfen ernähren Sie sich vom Eiweiß und dem Zucker aus dem Pflanzensaft. Die Schilde zu entfernen kann ein hartnäckige Angelegenheit darstellen. Sind es nur wenige Ausbildungen können Sie diese mit einem scharfen Gegenstand abschaben. Achten Sie dabei darauf die Pflanze nicht zu beschädigen. Ist der Befall größer, sollten Sie zum Waschen der Pflanze und Niemöl greifen. Hierbei wird die Pflanze gewaschen, anschließend mit Niemöl besprüht und nach fünf Tagen beginnt der Zyklus von vorne. Auch wenn diese Variante bis zu einem Monat dauern kann, sollten Sie sich zum Wohl der Pflanze diese Arbeit aufladen.

Wenn nur ein kleiner Teil der Pflanze betroffen ist, greifen Sie am besten zur scharfen Schere oder Messer und trennen diesen ab. Desinfizieren Sie danach das Werkzeug gründlich mit Alkohol, andernfalls könnten Sie die Schädlinge später auf andere Pflanzen verteilen bei denen Sie das selbe Werkzeug verwenden. Raubt Ihnen diese Plage den letzten Nerv und Sie wollen die Schädlinge nach einem langen Kamp endgültig beseitigt wissen, dann liegt nach dem Waschen noch etwas Arbeit vor Ihnen. Graben Sie die Pflanze aus, entfernen so viel Erde wie möglich, desinfizieren Sie den alten Topf, oder nehmen einen neuen, und füllen Sie ihn mit steriler Erde. Nach der gesamten Prozedur vom Waschen bis hin zum Umtopfen gibt es im Idealfall keine überlebenden Übeltäter.

Falls doch noch einer der braunen Käfer an der Pflanze krabbelt, zerdrücken Sie Ihn mit einem, in Alkohol getränkten, Wattestäbchen. Behalten Sie die Pflanze gründlich im Auge. Es wäre doch Schade, wenn sich ein paar dieser Schädlinge wieder einnisten und sich vermehren.

Schildläuse sind Schädlinge, deren Eier sich vom Eiweiß und dem Zucker aus dem Pflanzensaft ernähren.
Schildläuse zu entfernen kann ein hartnäckige Angelegenheit darstellen.

Mottenschildläuse

Mottenschildläuse ähneln in ihrem Aussehen weißen Motten, sind im Vergleich zu diesen aber winzig. Auf den ersten Blick lassen sie sich schwer erkennen, sobald man den Topf aber schüttelt, schwärmen sie aus. Diese kleinen und weichhäutigen Insekten ernähren sich wie auch andere Lausarten von Pflanzensaft und lassen sich ähnlich wie Blattläuse behandeln. Füllen Sie kalter Wasser in eine Sprühflasche und besprühen Sie die befallene Pflanze damit. Ein paar dieser Anwendungen sollten ausreichen und nach ein paar Tagen sind Sie die Plage los. Wie auch bei anderen Anwendungen, wenn diese zu einfach scheinen, sitzt der Teufel im Detail. Besprühen Sie die Pflanze draußen und weit entfernt von anderen. Ansonsten verteilen Sie die Schädlinge schlimmstenfalls auf diese.

Mottenschildläuse sind Schädlinge, die mit kaltem Wasser behandelt werden können.
Auf den ersten Blick sind Mottenschildläuse schwer erkennbar.

Spinnmilben

Milben zählen allgemein zu den Spinnentieren und sind keine Insekten. Bei näherer Betrachtung können Sie erkennen, dass es sich tatsächlich um winzige Spinnen handelt. Hält sich der Schädlingsbefall in Grenzen, benötigen Sie einen genauen Blick um Ihn zu erkennen. Ein Erkennungsmerkmal für Spinnmilben sind kleine Bissspuren an den Blättern. Anders als herkömmliche Spinnennetze, welche sich als nützlich erweisen, sind Netze von Spinnmilben ein Indiz dafür, dass Sie schleunigst handeln sollten. Hierbei wäscht man die Pflanzen, vor allem die Blattunterseite, gründlich. Nach dem Waschen werden sie, wenn vorhanden, mit Niemöl besprüht.

Reicht das Waschen nicht, können Sie wie bei anderen Schädlingen die oberste Erdschicht abtragen oder gleich die gesamte Erde austauschen und den Topf desinfizieren. Manche Pflanzen sind deutlich anfälliger für Spinnmilben als andere – Efeu ist ein beliebtes Terrain für sie. Damit Sie einen Befall von Spinnmilben vorbeugen , können Sie anfällige Pflanzen wöchentlich waschen. Ist die Pflanze gesund, die Blätter sauber und staubfrei verringert sich die Chance für eine Anfälligkeit enorm. Nehmen Sie ein nasses Tuch und wischen die Blätter regelmäßig ab, so ersparen Sie sich womöglich schlaflose Nächte.

Erkennungsmerkmal für Spinnmilben sind kleine Bissspuren an den Blättern.
Netze von Spinnmilben sind ein Indikator dafür, dass schnell gehandelt werden sollte.

Schmierläuse

Diese hinterhältigen Biester haben scheinbar nichts anderes im Sinn als Ihrer Pflanze zu schaden. Als ob es nicht reichen würde der Pflanze den Saft auszusaugen, sondern sie ein Gift und Honigtau ab, welcher Rußtaupilz hervorruft. Je nach Art sehen diese kleinen, haarigen und klebrigen Kreaturen so aus, als ob sich schimmlige Stellen an der Pflanze ausbreiten. Sie sind zudem trickreich und verstecke sich auch gerne in den Blattachseln. Ein, durch Dünger erzeugter, Stickstoffüberschuss und trockene Heizungsluft begünstigen die Ausbreiter der Wollläuse. Um gegen Sie vorzugehen können Sie entweder ein alkoholgetränktes Wattestäbchen benutzen und diese entfernen, oder die Pflanze ins Waschbecken stellen und diese gründlich abwaschen. Lassen Sie sich von den Schädlingen nicht in die Irre führen und kontrollieren Sie die gesamte Pflanze – better safe than sorry!

Allgemein Tipps gegen Schädlinge

Auch wenn sich Schädlingsbekämpfung brutal anhört, es spiegelt das Gesetz der Natur wider – Fressen oder gefressen werden. So verhält es sich auch mit Schädlingen. Entweder Sie kümmern sich um die Schädlinge, oder Schädlinge zerstören Ihre Pflanzen.
Schädlinge werden von draußen eingeschleppt. Um sich selbst einen späteren Arbeitsaufwand zu ersparen, sollten Sie Pflanzen die Sie nachhause bringen gründlich überprüfen. Achten Sie darauf, ob die Pflanze eine gesunde Ausstrahlung hat, ob es Beschädigungen an den Blättern oder gar bereits Schädlingsbefall in der Erde gibt. Werden solche Makel entdeckt bieten sich zwei Optionen. Die Pflanze direkt zu entsorgen oder, wenn Ihnen die Pflanze am Herzen liegt, diese gesund zu pflegen. Sobald ein Befall erkannt wird, muss diese Pflanze unverzüglich in Quarantäne, damit sie Ihr Leid nicht mit anderen Pflanzen teilt.


Bei großer Ausbreitung des Befalls eignet es sich, auch wenn es schmerzhaft ist, zur Schere zu greifen und einen Teil der Pflanze abzuschneiden. Somit kann der restlichen Pflanze ein steiniger Weg erspart bleiben. Um Schädlingslarven nicht unbewusst zu verteilen, sollte man Werkzeug und Hände nach Kontakt mit verseuchen Pflanzen gründlich desinfizieren. Behalten Sie beschädigte Pflanzen oder Blätter im Auge, oder entfernen Sie diese direkt. Verletzungen laden Bakterien und Pilze ein, welche den Schutzmechanismus der Pflanze gegen Schädlinge schwächt.Das selbe gilt für das abendliche Besprühen von Pflanzen. Die Feuchtigkeit verbleibt länger auf dieser, da sie sich nachts nicht so schnell wie am Tag verflüchtigt, und ebenso die Bildung von Bakterien und Pilzen begünstigt.

Bei einem großen Befall mit Schädlingen sollte man einen Teil der Pflanze mit der Schere abschneiden.
Um eine Schädlingsausbreitung zu verhindern, sollte man die Pflanze großzügig schneiden.

Gibt es eine Wunderwaffe gegen Schädlinge?

Wasserstoffperoxid ist günstig im Handel zu finden und kann so manche Wunder wirken. Eine dreiprozentige Wasserstoffperoxid-Lösung kann man zum Gießen verwenden. Diese vertreibt Schädlinge aus der Erde. Sie wirkt auch gegen Bakterien und Pilze, beugt Wurzelfäule vor und beraubt Pilzmücken ihrer Nahrung.

Eine einprozentige Lösung kann man zum Besprühen der Blätter verwenden. Sie ist die stärkere Variante zu Niemöl. Achten Sie hierbei auf die Stärke – zu starke Lösungen richten mehr Schaden als Nutzen an! Wer keine Angst vor ungewollten Mitbewohnern hat, kann auch natürliche Feinde von Schädlingen zu sich ins Haus holen. Marienkäfer sind nett anzusehende Käfer und jagen viele Schädlinge. Sie sehen süß aus und richten keinerlei Schaden am Inventar an. Sobald die Schädlinge beseitigt sind, oder sich keine andere Nahrungsquelle ergibt, sterben diese letztendlich von selbst aus. Eine andere Möglichkeit bieten Florfliegen.

Eine dreiprozentige Wasserstoffperoxid-Lösung kann man zum Gießen verwenden, um Schädlingen, Pilzen und Bakterien entgegen zu wirken.
Wasserstoffperoxid kann zum Besprühen befallener Pflanzen verwendet werden.

Diese sind zwar optisch nicht so ansehnlich wie Marienkäfer, fressen jedoch bevorzugt Käfer mit weichem Körper. Wollen Sie sich keine zusätzlichen Käfer ins Haus holen, können sie Schädlinge mithilfe von Luftzirkulation vorbeugen. Entweder mit automatisierten Lüftungssystemen oder einem einfachen Ventilator. Luftbewegung hindert Schädlinge davor sich einzunisten und begünstigt zudem das Wohlbefinden der Pflanzen. Sollten Sie trotz Präventivmaßnahmen Schädlinge entdecken, bewahren Sie Ruhe und identifizieren sie den Schädling, um optimal gegen diesen vorgehen zu können.


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