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Bodendecker: Schnellwachsende & Anspruchslose Gewächse für das ganze Jahr

Bodendecker sind schnellwachsende und anspruchslose Pflanzen, die ein oder andere Art neigt allerdings auch zur Trägheit. Mit dem Begriff werden diverse Stauden und andere Gehölze bezeichnet, die nur eine geringe Wuchshöhe erreichen. Sie wachsen im allgemeinen sehr dicht und sind besonders robust. Einige Sorten zeigen zusätzlich einen ansehnlichen Blatt- oder Blütenschmuck. Sie wachsen oft sommergrün, halten ihre Farbe aber auch über das ganze Jahr. Bei einer geschickten Pflanzung sorgen sie für einen ansehnlichen Garten während des gesamten Jahres. Sie können dazu auch hilfreich für Ihren Garten sein.

Vor der Bepflanzung mit Bodendeckern bedarf es einer sorgsamen Vorbereitung des Bodens. Unkräuter und Rasensoden sollten restlos entfernt sein. Dabei ist besonders der Giersch im Auge zu behalten, dazu auch alle anderen hartnäckigen Wurzelunkräuter. Die Erde wird mit Sand oder Kompost angereichert, entsprechend der Art, die zur Pflanzung vorgesehen ist.

1. Andenpolster

Andenpolster

Mit botanischem Namen auch Azorella frifurcate genannt, ist das Andenpolster eine wintergrüne Polsterstaude. Sie stammt aus Südamerika, im Frühsommer erscheinen ihre kleinen, gelben Blüten. Ihr rosettenartiger Wuchs gilt als Besonderheit dieser Pflanze wie auch die geschnitzte, immergrüne Belaubung.

Der Boden des Gartens sollte durchlässig sein, der Standort halbschattig bis sonnig. Vielseitig ist ihre Verwendung im Garten, ob als skurriles Gewächs in einem Steingarten, als Rasenersatz zwischen Trittsteinen, auch als Trog- oder Kübelbepflanzung. Sehr gut eignet sich die Staude auch für die Grabgestaltung an einem hellen Standort. Die Wuchshöhe erreicht bis zu 10 cm, sie sollte einzeln oder in kleinen Gruppen gepflanzt und vor starken Frösten geschützt werden.

2. Die Elfenblume

Elfenblume

Elfenblumen, botanisch Epimedium, heißen auch Sockenblumen, und es sind ungefähr 50 Arten der Pflanze bekannt. Sie wachsen im Süden der Alpen, in Afrika und sind bis nach China verbreitet. Bis zu 30 cm Höhe kann das Gewächs erreichen, das zwar zu den Stauden gehört, Wurzeln und die Basis der Stängel sind allerdings meist verholzt. Viele Arten haben deshalb eher einen Halbstrauch-Charakter, außerdem gehören sie zur Familie der Berberitzengewächse, Berbericeae, die hauptsächlich von Gehölzen gebildet wird.

Auf humusreichem Boden wachsen die ostasiatischen Verwandten und sind im allgemeinen sommergrün. Immergrünes Laub tragen aber die Pflanzen aus Europa und Vorderasien. Im Frühjahr wird deren Laub überwachsen, der frische Austrieb zeigt sich oft exzentrisch bronzefarben gemustert. Ihr natürlicher Standort ist der Wald, gern auf mäßig trockenem Boden. Aber auch mineralische, humusarme Erde bietet eine gute Grundlage für das Wachstum. Aus westlichen und ostasiatischen Arten sind im Laufe der gärtnerischen Nutzung diverse Hybrid-Sorten entstanden.

3. Der (Gemeine) Efeu

Der (Gemeine) Efeu

In Eichen oder Buchmischwäldern, Auwäldern, in Gebüschen, an Mauern oder Felsen kommt der Gemeine Efeu (Hedera helix) vor, die einzige immergrüne Kletterpflanze, deren Heimat Mitteleuropa ist. Das Gewächs ist ein Selbstklimmer, sogar an glatter Betonwand findet es Halt.

Bis an die 20 Meter klettert der Efeu nach oben, ein Alter von bis zu 500 Jahren kann erreicht werden. Mit der Zeit bilden sich Stämme, die einen Meter Durchmesser haben können. Auf fast jedem Untergrund verankern sich die kleinen Haftwurzeln, mit denen er klettert. Nach der Anpflanzung wächst der Efeu zunächst etwas träge, folgt aber ein Rückschnitt, sind Jahrestriebe mit einer Länge von etwa einem Meter möglich. Die ältere Pflanze entwickelt unvermittelt aufrechte Triebe, etwas dicker, die nicht mehr klettern. Diese Altersform wird unter dem Namen Hedera helix Arborescens gehandelt. Die Farbe der jungen Triebe ist grün oder braunrot, ältere Äste und Zweige wechseln ins helle Grau.

Zahlreiche Gartenformen wurden im Lauf der Zeit selektiert, denn die immergrünen gegenständlichen Blätter sind äußerst variabel. Dunkelgrüne Blätter hat die Wildart, mindestens drei- und bis zu fünffach gelappt. Rauten- und auch herzförmig sind die Blätter der älteren Gewächse. Manche Arten des Efeus färben sich bei niedriger Temperatur im späten Herbst rot bis dunkelrot, auch rosa oder bronzefarben.

Als Standort bevorzugt der Efeu luftfeuchte, schattige Orte, ausreichend feuchter Boden ist aber bei Sonneneinstrahlung Voraussetzung. Sorten mit buntem Laub wie „Goldheart“ sollten aber zwei, besser drei Stunden am Tag der Sonne ausgesetzt sein, dann färben ihre Blätter gut aus.

Die Bodenverhältnisse können nährstoffreich und kalkhaltig sein, die Kletterpflanze ist jedoch auch anpassungsfähig. Durchwurzelter Boden stellt kein Hemmnis für das Wachstum dar, nur frisch, auch feucht sollte der Untergrund sein, auch alkalisch. Allerdings gedeiht der Efeu sogar auf saurem Substrat.

4. Großes Immergrün

Großes Immergrün

Zu den Hundstiftsgewächsen (Apocynaceae) gehört das Große Immergrün, Vinca major. Vom zentralen bis westlichen Mittelmeergebiet führt die Verbreitung bis hin nach Vorderasien. In der Natur ist dieser Halbstrauch allerdings selten anzutreffen. In seltenen Fällen findet man ihn an einem schattigen Platz im Wald oder nahe von Bächen und Hecken.

Das Große Immergrün zeigt sich äußerst robust, seine kriechenden Triebe werden bis zu einen Meter lang. Die Pflanze webt schnell einen grünen, lockeren Teppich aus dunkelgrünen Blättern, bis zu 30 Zentimeter Höhe werden erreicht. Die Knoten der Ranken bilden bei Kontakt mit dem Boden Wurzeln, mit denen sie sich verankern.

Blütezeit der blau-violetten Blätter ist April und auch Mai, dann wieder vereinzelt im Herbst. Die Blütenräder, fünf Zentimeter groß, entfalten sich an länglichen Stielen in den Blattachseln auf dem Laubteppich. Dessen grünes Geflecht verstärkt ihre Strahlkraft. Mit weißem Blütenschmuck glänzt aber „Alba“, eine besondere Sorte des Grünen Immergrün. In der Blütezeit wird das Gewächs gerne von Hummeln und Bienen, auch von Schwebfliegen aufgesucht.

5. Die Haselwurz

Haselwurz

Asarum europaeum wird auch Heimische, Gewöhnliche oder Europäische Haselwurz genannt. Botanisch ist sie den Osterluzeigewächsen zugehörig und eine der am meisten kultivierte Arten dieser Pflanzenfamilie. Gefunden wird das Gewächs in nördlichen Regionen Südeuropas bis hinauf nach Sibirien. Feuchter, kalter Waldboden, der auch kalkhaltig sein kann, ist ihr Metier. Bereits im 13. Jahrhundert wird sie auf der britischen Insel kultiviert, als Heilpflanze konnte sie sich schnell etablieren. Bei zu hoher Dosierung ist sie allerdings giftig und findet deshalb im 18. Jahrhundert als Brechmittel Verwendung, von daher resultiert die unschöne Namensgebung „Brechwurz“. Als Haselwurz bezeichnet, verweist der Name auf den häufigen Fundort unter Haselnusssträuchern.

Diese ausdauernde, krautige Waldstaude zeigt sich wintergrün, bildet über den Boden kriechende Stängel aus. Die maximale Höhe ist mit 15 Zentimetern erreicht. Die Haselwurz ist ein zunächst langsam wachsender Bodendecker, nach einiger Zeit bilden sich aber schnell große Kolonien.

Die langstieligen Blätter fühlen sich ledrig an, glänzen dunkelgrün in ihrer Nierenform, laufen an den Rändern oft zart rötlich an. Würziger Pfeffergeruch wird von ihrem Laub verströmt, das auch während des Winters seine dunkelgrüne Farbe erhält. Die Form ihrer Blätter gibt der Pflanze auch die Namen „Hasenohr“ oder gar „Hasenöhrlein“.

6. Die Immergrüne Kriechspindel

Immergrüne Kriechspindel

Die Immergrüne Kriechspindel, Euronymus fortunei radicans, ist ebenfalls ein immergrüner Bodendecker, der als ausgesprochen frosthart gilt. Schnell und besonders dicht wird der Boden überzogen, dem Unkraut wird mit der Bepflanzung nachhaltig vorgebeugt. Die Begrünung von Wäldern findet des öfteren statt, Gartenmauern werden mit der Kriechspindel belebt, sogar an alten Bäumen hält sich das Gewächs gerne auf. Auch Kletterspindel genannt, gehört die Pflanze zu den Spindelbaumgewächsen.

Der Gattungsname ist griechisch und bedeutet „von gutem Ruf“. Wenn damit gemeint war, dass die Pflanze als besonders pflegeleicht gelten kann und diverse Aufenthalte akzeptiert, wurde der Name zu Recht gewählt. Die Wuchsform kann kriechend sein, aber auch die Ausbildung zur Kletterpflanze wird häufig angetroffen. Selbst der tiefste Schatten wird der Pflanze nichts anhaben, in Mitteleuropa zählt sie zu den widerstandsfähigsten und ausdauerndsten Kleinsträuchen, die im Freien kultiviert werden. Dabei ist ihre Heimat das ferne China, nämlich der Westen und die Mitte des asiatischen Landes.

Die Kriechspindel wächst entweder – ihrem Namen entsprechend – kriechend am Boden, oder sie bildet Haftwurzeln aus. Mit diesen wächst sie meterweit in die Höhe, dabei bildet sie dichtes Laub. Ihre Blätter haben eine Länge von zwei bis sechs Zentimetern, elliptisch, auch eiförmig, und nach vorne spitz, mit breiter, keilförmiger Basis. Die Farbe der Blätter ist dunkelgrün mit einem feinen, auch kerbig gesägtem Rand.

Die Pflanze blüht im Juni und im Juli mit grünlich weißen, 4-zähligen Blüten, die mit 15 oder 20 Exemplaren in Zymen stehen, einer Verzweigungsart mit einer Blüte an der Spitze. Aber die Blütenstände erreichen nur eine Breite von etwa fünf Millimetern, deshalb bleiben sie doch sehr unauffällig.

Kugelige Kapseln sind die Früchte der Kriechspindel, von weißlich-grüner bis rötlicher Färbung. Einige der ohnehin sehr beliebten Sorten erhöhen ihren Zierwert zusätzlich, indem sie sehr viele dieser Kapselfrüchte ausbilden. Der Hobbygärtner vernimmt erfreut, dass die Pflanze das schattige, gar das vollschattige Milieu bevorzugt. Wird mehr Sonne als im Halbschatten geboten, kann regelmäßiges Wässern helfen, aber dann will das Gedeihen nur zäh gelingen.Grundsätzlich jedoch gelingt diesem robusten Gewächs das Arrangement mit jedem Gartenboden. Nur mäßig trocken, besser gut feucht und durchlässig sollte der Untergrund aber sein. Auch in Hinsicht auf den pH-Wert zeigt sich das weite Toleranzspektrums der Kriechspindel: von schwach sauer bis zu alkalisch wird alles genommen.

7. Kriechmistel „Coral Beauty“

Kriechmistel

„Coral Beauty“, eine rasant wachsende Kriechmistelsorte, wirkt mit dem Alter einen Pflanzteppich mit kleinen, immergrüne Blättchen darauf. Das Gebilde erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm. Nach weißer Blüte im Sommer erscheinen die leuchtenden, roten Beeren, in Herbst und Winter eine wichtige Nahrungsquelle der ansässigen Vögel. Ansprüche an den Standort des Aufwuchses stellt die immergrüne Pflanze nicht, Sonne und Schatten sind gleichermaßen willkommen. Nur geringe Pflege wird für Cotoneaster dammeri erforderlich bei hoher Schnittverträglichkeit. Die Kombination mit Efeu gelingt der Kriechmistel gut, die auch Teppichmistel genannt wird.

Im Jahr wachsen dem teppichbildenden Zwergstrauch bis zu 20 Zentimeter hinzu in bogigen Trieben, oberirdisch kriechend. Das Blattwerk erscheint dunkelgrün und glänzend, die Blüte dauert vom Mai bis in den Juni. Aufgrund seiner außerordentlichen Robustheit eignet sich das Gewächs auch für die Böschungsbepflanzung.

8. Die Zwergmispel

Zwergmispel

Mit der Bezeichnung Zwergmispel werden ungefähr 90 Arten benannt, alle der Gattung Kernobstgewächse angehörend, die wiederum der Familie der Rosengewächse zugerechnet werden. Verbreitet ist die Pflanze in Südafrika, Asien und hier in Europa. Das Vorkommen hat aber seinen Schwerpunkt im Himalaja, auch in China. Die unterschiedlichen Arten sind entweder immer- oder nur sommergrün.

Der Boden muss für die Bepflanzung keine besonderen Merkmale aufweisen, die Pflanze ist überaus genügsam und mit der normalen Mineralienkomposition im Hausgarten vollauf zufrieden. Beim Ausbringen mehrerer Gehölze ist ein genügender Pflanzabstand zu beachten, um den Trieben ausreichend Platz zu lassen. Sonnige Standorte rufen das Austreiben vieler Blüten und auch Früchte hervor.

Diese zeigen sich im Mai, sie sind rosa oder weiß , in Trauben hängend. Die Blüten verbleiben bis in den August, dann treten die apfelartigen Früchte hervor, die auch noch nach dem Winter vorhanden sein können. Der Herbst färbt das zuvor grüne Laub rostrot.

9. Die Torfmyrte

Torfmyrte

Moorgebiete in Argentinien und in Chile sind die Heimat der Torfmyrte, ein immergrüner Kleinstrauch aus der Familie der Heidekrautgewächse. Der botanische Name für den hübschen, beerentragenden Strauch lautet Pernettya mucronata. Allerdings wurden immer wieder neue Zuordnungen getroffen, und aktuell gilt die Torfmyrte als den Scheinbeeren zugehörig, unter dem Namen Gaultheria mucronata.

Das Gewächs ist immergrün, der Zierstrauch wächst dichtverzweigt und treibt Ausläufer. Zwischen 40 und 80 Zentimeter Höhe werden erreicht, auch ein Meter ist möglich. In der Breite schafft die Torfmyrte einen halben Meter Ausdehnung. Spiralig an den Zweigen angeordnet sind die Blätter, von dunklem Grün und mit kurzen Stielen, an der Spitze dornig auslaufend. Ein aromatischer Duft ist für die Scheinbeere typisch, der sich beim Zerreiben der Blätter ergibt.

Von Mai bis zum Juni zeigt sich die Pflanze mit ihrem Blütenflor, klein und glockenförmig, in Weiß oder in Rosa. Die Blütenstände stehen traubenförmig beieinander. Zweihäusig ist der Strauch: Der Botaniker weiß, es sind sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen vorhanden.

Der Standort sollte halbschattig bis sonnig sein, für das Überwintern im Freien darf ein Wind- und Regenschutz nicht fehlen. Die Moorbeetpflanze bevorzugt den feuchten, humosen und sauren Bodencharakter. Ein hoher Kalkanteil sollte vermieden werden. Mit Rhododendron-Erde verbessert der engagierte Gärtner die Beschaffenheit des Untergrunds. Obwohl die Torfmyrte den feuchten Boden dringend braucht, sollte Staunässe dringend vermieden werden. Also nur gießen, wenn der Boden wirklich zu trocken geworden ist.

Die vorgestellten Sorten sind auch eine gute Alternative zum Rasenbelag, wenn eine kleine Fläche bepflanzt werden soll. Ideal sind die Stauden zwischen Trittsteinen, für Übergänge oder Hänge, zur Randbepflanzung eines größeren Strauches. Auch zu Gestalten geformt geben sie ein gutes Bild, besonders in Kombination mit anderen niedrigen Gewächsen.

Im Allgemeinen ist ein Bodendecker geeignet für Bereiche, die nicht dem Aufenthalt dienen und kaum begangen werden. Denn ihre auch auf der Pflanze weiterwachsenden Triebe können eine erhebliche Länge erreichen, sogar in Aststärke. Diese sind nicht immer sofort erkennbar, und erfordern deshalb beim Begehen besondere Vorsicht. Bodendecker sind für den Gärtner anspruchslos und erfordern wenig Aufmerksamkeit. Da sie über das ganze Jahr ihre grüne Farbe behalten, sind sie ein willkommenes Element jeder Gartengestaltung.


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