Startseite Pflanzen Getreide Ein vergessener Schatz: Das Urgetreide “Emmer”

Ein vergessener Schatz: Das Urgetreide “Emmer”

Emmer (oder auch Zweikorn) ist eines der ältesten, nährwertvollsten und gesündesten Getreiden. Das Urkorn hat einen einzigartigen Geschmack und liefert wichtige Nährwerte. Beim Anbau und Verarbeitung des Getreides sind einige Besonderheiten zu beachten. Zudem kann das Urkorn verschieden verwendet werden. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, warum Emmer so gesund ist und warum auch Sie Emmer unbedingt zu Ihrer Ernährung hinzufügen sollten. Lassen Sie sich überraschen und einführen in die Welt des vergessenen Schatzes „Emmer“.

Was genau ist eigentlich Emmer?

Emmer auf dem Feld
Emmer, eine ganz besondere Getreideart.

Emmer (Triticum dicoccum) gehört zu den ältesten Getreidesorten der Welt und wird auch Zweikorn genannt. Er ist die Urform des Weizens und wird heutzutage öfters mit Dinkel verwechselt. Der altgriechischen Literatur zufolge galt das Urkorn im antiken Griechenland als eine der wichtigsten Getreidesorten. Des Weiteren blieb es über Jahrtausende das Hauptgetreide in Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas. Die Römer haben ebenfalls überwiegend dieses Getreide verwendet. Auch in Deutschland wurde es etwa 5.000 v. Chr. angebaut, verschwand jedoch ab dem Mittelalter, da es durch andere Getreidearten (wie Weizen und Dinkel) verdrängt wurde. Nach vielen Jahrzehnten und erst vor wenigen Jahren wird das Urgetreide (durch Wissenschaftler, Landwirte und gesundheitsbewusste Menschen) neu entdeckt.

Warum gilt Emmer als besonders gesund und was sind seine Nährstoffe/-werte?

Emmer enthält im Gegensatz zu anderen Getreidesorten einen hohen Anteil an Zink, Magnesium, Eisen und Vitamin E, da das Saatgut rein und unbelastet von Manipulationen (seitens der Industrie) ist. Demzufolge tragen die vorerwähnten Stoffe u.a. zur Stärkung des Immunsystems, zum Zellschutz und zu einem guten Stoffwechsel bei. Zudem beinhaltet das Zweikorn Carotinoide, welche die Sehkraft stärken und bietet einen viel höheren Proteingehalt als Weizen. 

Kurz die Nährwerte pro 100 g:

Energie1456 KJ     /    345 kcal
Kohlenhydrate59,4 g
Fett3,9 g
Ballaststoffe 11,2 g
Eiweiß12,6 g
Salz<0,1 g
Eisen 3,5 mg
Kalium451,2 mg
Kupfer0,49 mg
Magnesium123,8 mg
Mangan3,3 mg
Molybdän34 μg
Phosphor388,2 mg
Zink3,32 mg
Nährwerte pro 100 g

Es muss unbedingt beachtet werden, dass Emmer ein glutenhaltiges Getreide ist. Zwar ist Gluten in viel geringeren Mengen enthalten, sollte aber von Menschen mit Glutenunverträglichkeit nicht verzehrt werden.

Form, Besonderheiten und Sorten des Urkorns

Emmer im Freien
Das Zweikorn sieht wunderschön aus.

Das Urgetreide besteht (ähnlich wie andere Getreidearten) aus langen Stielen mit schmalen Blättern, an denen ganz oben (an der Spitze) sich die Ähren mit den Samen befinden. Jedes Ährchen hat zwei Körner (Grund dafür, weshalb es auch Zweikorn genannt wird). Zudem ist jedes Korn von einer festen Hülle (der Spelze) umgeben, was dem Korn vor Krankheiten und negativen Umwelteinflüssen schützt. 

Auf dem Feld kann Emmer schnell erkannt werden. Das Urgetreide hat kräftige und dunkle Ähren und erreicht eine Höhe von bis zu 1,40 m (deutlich höher als andere Getreidearten). 

Des Weiteren gibt es verschiedene Sorten von Emmer:

  • roter Emmer
  • schwarzer Emmer (die am meisten verbreitete Sorte)
  • weißer Emmer

Anbau und Verarbeitung des Zweikorns

Das Urgetreide wird vorwiegend in der ökologischen/biologischen Landwirtschaft angebaut.  Es eignet sich jedoch auch hervorragend für einen Anbau im eigenen Garten oder Beet, da es von Natur aus gegenüber Schädlingen und negativen Umwelteinflüssen resistent ist und keine Pestizide erfordert. Zudem kann es auch auf nährstoffarmen und trockenen Böden gedeihen, was den Anbau deutlich erleichtert. Leider wird es aber umso schwieriger nach der Ernte. Damit das Korn verarbeitet werden kann, muss es erst von seiner Hülle befreit werden. Dies erfordert einen weiteren Schritt im Verarbeitungsprozess (vor dem Quetschen/Mahlen) und erfolgt in einer speziellen Mühle. 

Geschmack des Urkorns und seine Verwendungsmöglichkeiten

Emmerkörner und -mehl
Aus Emmermehl können viele schöne Sachen hergestellt werden.

Aus Emmer können alle möglichen Back- und Teigwaren (Brot, Nudeln etc.) hergestellt werden. In Deutschland wird es jedoch eher fürs Brotbacken verwendet. Gebäcke aus dem Korn haben eine leicht dunkle Farbe, sind etwas herzhafter als Weizengebäck und schmecken leicht nussig. Darüber hinaus eignet sich Emmer als ganzes Korn für Salate oder als Beilage zu Suppen und Eintöpfen. Aber auch Bier kann daraus hergestellt werden, das sogenannte Emmerbier, welches einen einzigartig schmalzigen Geschmack und eine schöne Bernsteinfarbe hat.

Ein sehr schönes Emmerbrot-Rezept finden Sie hier.

Wo ist Emmer erhältlich?

Da es sich hierbei um ein sehr hochwertiges Produkt handelt, findet man dieses vor allem in Natur- oder Biomärkten sowie in Reformhäusern. Aber auch immer mehr Bäckereien bieten Brot bzw. Backwaren aus Emmer an. Es besteht jedenfalls auch die Möglichkeit entsprechende Produkte (wie z.B. Emmermehl, Emmerflocken etc.) online zu erwerben. 

Ist Emmer im Vergleich zu Anderen teurer?

Erfahrungsgemäß ist Emmer in den meisten Fällen teurer als andere vergleichbare Getreidearten. Dies liegt eindeutig daran, dass das Urgetreide bei der Ernte oft schwierig ist und seine Verarbeitung mehr Aufwand benötigt. Demzufolge sind Produkte aus 100 % Emmer (bzw. Emmermehl) relativ teurer. Auf dem Markt lassen sich (auch heute noch) Emmer-Produkte nicht so leicht finden. In letzter Zeit kann allerdings eine steigende Nachfrage beobachtet werden, was stets erfreulich ist. 

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