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Der Igel – Lebensraum, Futter, Feinde, Winterschlaf

Der Braunbrustigel ist kein Gruppentier, sondern ein Einzelgänger.
Igel leben vornehmlich in Grünanlagen oder Siedlungsbereichen.

In Deutschland leben zwei Arten von Igeln, wobei nur der Braunbrustigel sein Lebensraum im ganzen Land bezieht. Der seltenere Nördliche Weißbrustigel kommt in der Regel nur in einigen Teilen Ostdeutschlands vor. Sein hauptsächliches Verbreitungsgebiet liegt in Mittel- und Osteuropa, speziell am Baltikum und im Kaukasus bis nach Westsibirien. Der Braunbrustigel ist kein Gruppentier, sondern lebt als Einzelgänger. Der frühere Lebensraum bestand aus großen Landschaften mit Hecken, Waldrändern und Gärten. Diese Landschaften nimmt der Mensch leider immer mehr an sich. Aufgrund dessen leben die Igel heute hauptsächlich in Siedlungsbereichen und Grünanlagen. Auf dem Ernährungsplan stehen eine Vielzahl von am Boden lebenden wirbellosen Tieren, wie zum Beispiel Regenwürmer, und Insekten, wie Käfer oder Kellerasseln.

Wie leben Igel?

Der Igel ist ein nachtaktiver Einzelgänger, der den Tag über in selbst gebauten Nestern schläft und sobald es dunkel wird auf die Jagd geht. Sie haben feste Territorien aber zeigen sich in der Regel friedlich gegenüber anderen Artgenossen, indem sie ihnen aus dem Weg gehen.

Die Igel haben keine großen Ansprüche an ihren Lebensraum. Die einzige Grundlage, die sie benötigen ist, dass sie genügend Futter und Versteckmöglichkeiten haben. Dies sollte möglichst auf einem kleinen Raum vorhanden sein. Der Lebensraum der stachligen Tiere wurde mit der Intensivierung der Landwirtschaft stark eingeschränkt. Die Igel fanden aber in Siedlungsbereichen einen neuen Lebensraum. In kleinen naturnahen Gärten oder Parks finden sie ebenfalls die Lebensgrundlage, die sie benötigen. Der Igel ist damit ein klassischer Kulturfolger. Dieser Begriff beschreibt Tiere, die in der Nähe des Menschen günstige Lebensbedingungen für sich finden. Die Igel bauen ihre Nester üblicherweise in direkter Umgebung des Menschen, zum Beispiel in Gebüschen an Hauswänden, in Hecken und Laubhaufen im Garten.

Was fressen unsere stachligen Freunde?

Igel haben ein breites Nahrungsspektrum und sind keine Vegetarier. Sie fressen Insekten, Wirbellose, Spinnen, Vogeleier und kleine Säugetiere. Die im Fallobst befindlichen Würmer und Maden stehen ebenso auf dem Nahrungsplan. Das Fallobst wird dann meistens nur aus Versehen mit gefressen. Wenn sie auf Nahrungssuche gehen, dann durchstreifen sie hauptsächlich kurz geschnittene Wiesen auf denen sie genügend Nahrung finden. Die Lebewesen, welche sich in Totholz befinden, werden ebenso verspeist. Die Futtersuche umfasst die Zeit bis Mitte November, denn in der kalten Jahreszeit wird der Igel überwintern.

Igel haben ein breites Nahrungsspektrum.
Igel fressen Spinnen, Insekten oder auch Vogeleier.

Wie wird der Igel überwintern?

Igel finden in der kalten Jahreszeit zu wenig Nahrung. Aus diesem Grund muss der stachlige Freund überwintern, indem er einen langen Winterschlaf hält. Die Voraussetzungen dafür sind, dass Bodentemperaturen um den Gefrierpunkt herrschen und der stachlige Freund sich mittlerweile ein gutes Fettpolster angefressen hat. Nun kann er sich ein Winterquartier, zum Beispiel einen Laubhaufen suchen. Wenn die stachligen Tiere überwintern fährt der Stoffwechsel auf einem Minimum herunter. Dies bedeutet, dass die Herztätigkeit, Atmung und die Körpertemperatur drastisch reduziert werden. Das Winterquartier muss unbedingt sicher sein und darf nicht zu kalt oder zu feucht sein. Wenn das Versteck zu warm ist würden die Tiere aufwachen, womit sie sehr viel Energie verbrauchen. Die Igel, welche in der Stadt leben, halten ebenso Winterschlaf. In der Stadt sind die Temperaturen etwas höher als auf dem Land.

Igel fressen sich im Winter ein Fettpolster an.
Ein Laubhaufen bildet ein adäquates Winterquartier für einen Igel.

Welche Feinde hat das stachlige Säugetier?

Der größte Feind des Igels ist der Mensch. Es werden immer mehr Straßen gebaut, die für den Igel oftmals eine tödliche Falle sind. Es sterben rund eine halbe Million Igel jährlich auf den Straßen. Sie machen dem Igel das Leben schwer und zerschneiden dessen Lebensraum. Auch kleine Hindernisse wie Zäune oder Mauern sind für den stachligen Freund oftmals unüberwindbar.

Der stachlige Tier leidet außerdem daran, dass es immer weniger naturbelassene Gärten und Grünflächen gibt. Der wichtigste Lebensraum des Igels sind Hecken. Dort kann er sich verstecken oder auch ein Nestplatz errichten. Im Englischen heißt der Igel “hedgehog”, was so viel bedeutet wie Heckenschwein. Das bestärkt nur noch einmal wie wichtig die Hecken für das Leben der Stachelfreunde sind. Auch Sträucher, wildwachsende Ranken und Laubhaufen sind extrem wichtig für das Stacheltier. Diese Strukturen verschwinden allerdings nach und nach aus den Gärten und Parks. Stattdessen wird alles top gepflegt. Auch Gift gegen Schnecken oder andere vermeintliche Schädlinge im Garten schaden dem stachligen Tier. Das Gift selbst ist schlecht für den Igel und natürlich auch die vergifteten Tiere, die von ihm gefressen werden.

Was kann man selbst für den Igel tun?

Der Mensch kann vereinzelte Unterschlupfmöglichkeiten im Garten bauen und diese der Natur belassen. Ein einfacher Laubhaufen kann schon viel bewirken. Wichtig ist allerdings, dass der Laubhaufen über den Winter nicht weggeräumt wird. Dann könnte man den Igel während des Winterschlafes wecken, was sehr ungünstig wäre. Besondere Vorsicht ist auch beim Beseitigen von Sträuchern und beim Umgang mit Motorsensen geboten. Die Gärtner sollten außerdem auf chemische Bekämpfungsmittel gegen vermeintliche Schädlinge verzichten.
Im Großen und Ganzen sollte man nicht zu viel “Ordnung” in seinen Garten bringen, falls man einen tierfreundlichen und naturbelassenen Garten bewirtschaften möchte.

Zu viel "Ordnung" im Garten schadet dem Igel.
Dem Igel zuliebe sollte man auf Chemikalien im Garten verzichten.

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