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Eichhörnchen – Lebensraum, Futter, Winterschlaf

Der Lebensraum der Eichhörnchen sind Laub-, Misch oder Nadelwälder.
Eichhörchnen können im Sprung Entfernungen von bis zu vier Metern zurücklegen.

Eichhörnchen sind beinahe in allen europäischen Ländern zu finden. Anhand von Fellfarbe und Größe sind weibliche und männliche Tiere nicht zu unterscheiden. Besonders bekannt sind die Nager für ihren buschigen Schwanz und ihre flinken Bewegungen. Im Sprung können sie Distanzen von vier Metern ohne Probleme zurücklegen.                                                        

Anzutreffen sind sie vor allem in Laub-, Misch und Nadelwäldern. Sofern sie ausreichend Nahrung und eine Unterkunft finden, halten sie sich auch in menschlicher Nähe auf. Sie sind gern gesehene Gäste in Parks, Gärten oder auf Friedhöfen. Doch wie überstehen die Eichhörnchen einen langen frostigen Winter? Darf man die Nager problemlos füttern? Wie kann man nachhaltiges und nahrhaftes Futter selbst herstellen? Alles Wissenswertes erfahren Sie im nachfolgenden Text.          

Halten Eichhörnchen Winterschlaf?

Eichhörnchen unterscheiden sich in der Winterzeit von vielen anderen ihrer Genossen. Eichhörnchen befinden sich in der kalten Jahreszeit lediglich in einer Winterruhe, und nicht in einem Winterschlaf. Winterruhe bedeutet dabei, dass die Nager nur wenig aktiv sind. Dadurch vermindert sich ihr Energiebedarf deutlich und sie müssen weniger Futter konsumieren.

Die Körpertemperatur der Eichhörnchen bleibt in der Winterruhe, im Unterschied zu anderen Tieren, beinahe unverändert. Einzig ihr Herzschlag verlangsamt sich. Es kann in den Wintermonaten vorkommen, dass die Eichhörnchen ihren Kobel aufgrund von Kälte oder Regen einige Tage nicht verlassen.

Was fressen Eichhörnchen?

Wie bereits erwähnt, halten Eichhörnchen keinen Winterschlaf. Daher müssen sich sich während der gesamten Jahreszeit um die Futterbeschaffung kümmern. Ihre Nahrungsvorlieben ändern sich im Winter nicht. Die Nagetiere lieben Nüsse, Knospen,Triebe, Früchte und Beeren. Auch Pilzen, Insekten, Vogeleiern, sowie Jungvögeln sind sie nicht abgeneigt. 

Ab dem Herbst vergraben Eichhörnchen ihre Wintervorräte. Dazu verstecken sie beispielsweise Hülsenfrüchte und Samen unter der Erdoberfläche. Auch Wurzeln, Stubben oder Baumstümpfe werden als Lagerort verwendet. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren, fressen sich Eichhörnchen keinen Winterspeck an. Sie müssen deshalb ihre tägliche, sehr kurze Aktivphase ausnutzen, um auf Futterbeschaffung zu gehen. Dabei holen sie die Nahrung aus ihren zuvor angelegten Depots, sofern sie diese nicht schon vergessen haben. Eichhörnchen haben zumindest gut vorgesorgt. Mehrere hunderte Aufbewahrungsorte schafft sich jedes Eichhörnchen zur Sicherheit an.

Dabei vergraben sie gleiche Nusssorten in gleichen Arealen. Sie haben beispielsweise ein Walnussdepot, ein Mandellager oder ein Haselnussversteck. Um das Futter wieder zu finden, nutzen die Nager ihren Geruchssinn. An den genauen Standort des Depots erinnern sie sich nämlich nicht. Auch wenn die Nager bemüht sind besonders gute Verstecke zu wählen, schläft die Konkurrenz nicht. Es ist gut möglich, dass ein anderes Eichhörnchen beim Auffinden des Depots schneller war und die Nuss bereits vertilgt wurde.

Eichhörnchen lieben Nüsse, Knospen,Triebe, Früchte und Beeren als Futter.
Ab dem Herbst vergraben Eichhörnchen ihre Vorräte.

Wie leben Eichhörnchen?

Grundsätzlich sind Eichhörnchen Einzelgänger. Ausnahme stellt dabei nur die Fortpflanzung dar. Die Nagetiere bauen kugelförmige Nester, die auch als Kobel bezeichnet werden. Diese Nester sind nur so groß, dass jeweils ein Tier Platz findet. In der Regel bauen Eichhörnchen mehrere Nester an unterschiedlichen Standorten. In den Kobeln ruhen sie sich tagsüber aus und schlafen nachts. Dabei halten sie ihre dichten Winterfelle, langen Haarbüschel am Ohr und buschigen Schwänze im Schlaf warm.                     

Eigens für die Aufzucht der Jungtiere wird ein Wurfkobel gebaut. Dabei werden bewusst mehrere Öffnungen eingeplant. Im Gefahrenfall können die Tiere auf diese Weise schneller und sicherer flüchten.

Darf man Eichhörnchen füttern?

Am Füttern von Eichhörnchen erfreuen sich nicht nur Kinder. Auch Erwachsene lieben es die flauschigen Baumbewohner beim Knabbern zu beobachten.

Während die Nager im Wald ein großes Nahrungsangebot vorfinden, mangelt es ihnen in der Stadt an Fichten, Kiefern oder Laubbäumen. Das begrenzte Nahrungsangebot kann daher dazu führen, dass der Bestand an Eichhörnchen in der Stadt rückläufig ist. In Großstädten ist eine gezielte Fütterung von Eichhörnchen daher tatsächlich angebracht. Hier finden die Tiere alleine nur mäßig Nahrung. Problematisch kann jedoch der Straßenverkehr sein. Auch andere Tiere, wie Katzen, können für die Eichhörnchen potenziell gefährlich sein. Vor allem unwissende Jungtiere werden gerne von ihnen angegriffen.  

Wo stelle ich das Futter auf?

Es ist zwingend ratsam auf ebenerdige Futterquellen zu verzichten. Eichhörnchen lieben die Höhe und präferieren diese auch zur Nahrungsaufnahme. Man sollte die Futterquellen daher in einer Höhe von mindestens 2 Metern anbringen. Bei Gefahr können die Nager so schneller durch die Baumkronen fliehen und bleiben zudem vor Räubern verschont.  Ideal sind Vogelhäuschen, die Eichhörnchen und Wintervögel gemeinsam nutzen können. Die beiden Tierarten verstehen sich gut. Somit ist beiden Tierarten geholfen. Als Futter eignen sich vor allem Haselnüsse oder Sonnenblumenkerne. Für Jungtiere sind nur Nüsse ohne Schale zu verwerten, da diese nicht aufgebrochen werden müssen.  Aufgrund von Schimmelbildung sollte von einer Fütterung mit Brot abgesehen werden.                                 

In Großstädten ist eine gezielte Fütterung von Eichhörnchen tatsächlich angebracht.
Am Füttern der Eichhörnchen erfreuen sich nicht nur Kinder.

Nachhaltiger und nützlicher als gekauftes Futter, kann es durchaus sein eigene Beerenbüsche oder Haselnussgewächse anzupflanzen. Dies schafft auch für andere Tiere eine Nahrungsgrundlage und sorgt für einen farbenfrohen Garten.

Zudem sollte man die Nagetiere auch mit Wasser versorgen. Die Tiere haben immer größere Schwierigkeiten ihren Wasserbedarf aufrecht zu erhalten. Viele Eichhörnchen dehydrieren sogar und müssen ihre Jungtiere unversorgt zurück lassen. Abhilfe kann mit einer Wasserquelle im Garten schaffen. Dabei bringt man eine Schale mit frischen Wasser neben den Futterstelle an. Ratsam ist es beide Stellen in regelmäßigen Abständen zu begutachten und gegebenenfalls zu säubern. 

Wie kann ich nachhaltiges Futter selbst herstellen?

Gerade in Großstädten, freuen sich Eichhörnchen über selbst zubereitetes Futter. Eine ideales Futter für die Nager besteht aus Sonnenblumenkernen, Walnüssen, Esskastanien, Haselnüssen, sowie Eicheln. Diese Mischung kann man zudem mit getrocknetem oder frischem Beerenobst verfeinern. Auch geriebene Möhren können dem Futter beigefügt werden.                                   

Wichtig ist es darauf zu achten, dass die Beeren ungezuckert sind. Außerdem sollte man für die Mischung keine gesalzenen Hülsenfrüchte verwenden. Es trägt zudem zu mehr Nachhaltigkeit bei, regionale und saisonale Kerne und Nüsse zu füttern. Daher rät der Haus- und Gartenprofi von der Verwendung von Paranüssen oder Macadamianüssen oder exotischen Früchten ab. Auch das Füttern von Erdnüssen zählt zu keiner artgerechten Nahrung, denn Erdnüsse sind keine heimische Pflanzensorte.   Gerne dürfen jedoch Bioprodukte verwendet werden. Diese schmecken nicht nur dem Menschen gut, sondern sind auch besonders beliebt bei den Nagern.

Das Futter der Eichhörnchen sollte eine Mischung aus getrockneten oder frischen Beeren, sowie regionalen Nüssen sein.
Ideales Futter besteht aus Sonnenblumenkernen, Walnüssen oder Esskastanien.

Wie gestalte ich einen eichhörnchen-gerechten Garten?

Für einen eichhörnchen-gerechten Garten sollte die Futterquelle möglichst weit vom Haus entfernt sein. So gewöhnen sich die Nager nicht zu sehr an Menschen und können trotzdem beobachtet werden. Verlieren die Eichhörnchen durch eine zu große Nähe ihren Fluchtinstinkt, sind sie auch in der Natur vielen Gefahren ausgesetzt.

Wie oben bereits erwähnt, sollte die Futterstation außerdem keinesfalls ebenerdig sein. Gerade für Jungtiere stellt dies eine große Gefahr dar. Außerdem sind Regentonnen im eigenen Garten mit Schwierigkeiten verbunden. Dies gilt nicht nur für Eichhörnchen, sondern auch für Mäuse, Vögel und andere kleine Gartenbewohner. Ein gute Lösungsmöglichkeit wäre es ein Holzbrett oder langen Ast schräg über die Tonne zu legen. So können sich die Tiere selbst befreien und sind trotzdem weiterhin in der Lage Regenwasser aus der Tonne zu trinken.

Eine weitere Lösungsmöglichkeit wäre ein engmaschiges Netz. Dies kann man über der Regentonne spannen. Ist beides nicht möglich, kann man die Tonne mit einem Deckel verschließen.

Überdies sollte beim Fällen eines Baumes im eigenen Garten immer darauf geachtet werden, dass sich kein Kobel eines Eichhörnchen darin befindet. Eichhörnchen stehen unter besonderem Schutz.

Die Futterquelle der Eichhörnchen sollte möglichst weit vom Haus entfernt sein.
die Futterstation der Eichhörnchen darf nicht ebenerdig sein.

Braucht ein Eichhörnchen meine Hilfe?

Das ausgewachsene Eichhörchen

Grundsätzlich versucht ein ausgewachsenes Eichhörnchen auch bei schweren Verletzungen in hohen Baumkronen Schutz zu suchen. Finden Sie ein erwachsenes Eichhörnchen, das sich mühelos einfangen oder anfassen lässt, ist es in Lebensgefahr. Es hat nur wenig Überlebensmöglichkeiten. Diese Tiere brauchen daher zwingend Zuwendung.

Da die ausgewachsenen Hörnchen, im Gegensatz zu Jungtieren, starke Nagezähne haben, rät der Haus-und Gartenprofi zu dicken Handschuhen. Die Eichhörnchen können trotz ihrer starken Verletzungen gehörig beißen. Sie sind von Natur aus Fluchttiere und wissen schließlich nicht, dass Ihnen geholfen wird.

Das Baby-Eichhörnchen

Ein Eichhörnchen-Baby braucht immer dann Ihre Hilfe, wenn es verletzt ist. Außerdem muss dem Junghörnchen geholfen werden, wenn es von Raubvögeln oder Katzen angegriffen wird. 

Eichhörnchen-Babys suchen sogar selbstständig nach Hilfe, wenn sie in eine Notsituation gelangen. So kann es durchaus vorkommen, dass Ihnen bei einem Waldspaziergang ein Findelkind nachläuft oder sogar versucht an Ihrem Hosenbein hoch zu klettern. Jedes Eichhörnchen, mit diesem Verhalten, braucht Ihre Hilfe!

Scheint das Minihörnchen hingegen unverletzt zu sein, können Sie es erst einmal bewachen. Es ist gut möglich, dass das Muttertier zurückkommt und den Nachwuchs einsammelt. Geschieht dies nicht, kann man in der  Umgebung nach Geschwistertieren suchen, die möglicherweise auch Hilfe benötigen.

In erster Linie benötigen kleine Eichhörnchen, die klammern, Wärme und Erholung. Daher sollten Sie erst nach einiger Zeit mit weiteren Maßnahmen beginnen. Ist einige Zeit verstrichen, kann man den kleinen Nager behutsam füttern. Hierfür stellt man ein Gemisch aus aus warmen Wasser, Fencheltee, wenig Salz sowie Honig her. 

Es ist ein allgemeiner Irrglaube, dass die Mutter ein Eichhörnchen-Baby verstößt, nachdem es von Menschen berührt wurde. Man darf die jungen Tiere ohne Probleme in die Hand nehmen. Außerdem haben die Nager weder Tollwut, noch andere Krankheiten. Haben Sie dennoch bedenken, ist es ratsam den Nager in eine Auffangstation zu bringen oder den Tiernotruf zu verständigen. Die bundesweite Eichhörnchen Notfall Nummer lautet 0700 200 200 12.

Kann man Eichhörnchen eine Unterkunft bauen?

In der Natur wählen Eichhörnchen gerne Unterkünfte in dichten Nadelwäldern. Dort bauen sie unmittelbar am Stamm ihren Kobel. In Städten hingegen bilden hohe Tannen eher die Ausnahme. Wer daher selbst Abhilfe schaffen möchte, kann selbst einen Kobelbau im Garten anlegen.

Der Kobel dient dazu die Nager trocken und geschützt durch die kalte Jahreszeit zu bringen. Da Eichhörnchen die Höhe lieben, ist es empfehlenswert das fertige Häuschen in einer Höhe von mindestens 5 Metern eng am Stamm eines Baumes anzubringen. Nur dort fühlen sich die Hörnchen wirklich geschützt. Im Unterschied zu Vogelhäuschen sollte ein Kobelbau mehr Fläche bieten. 

Für den Eichhörnchenbau sollte unbehandeltes Holz genutzt werden. Lackiertes Holz ist nicht zu empfehlen, da es schnell zu Schimmelbildung führen kann. Der Bau sollte ungefähr 50 cm lang sein und eine Höhe von 30 cm betragen. Zudem ist es sinnvoll mehrere Ausgänge einzubauen, die mindestens 7 cm hoch und breit sein sollten. Um ein das Eindringen von Regen zu hindern, sollte das Eichhörnchendach auf beiden Seiten etwa 9 cm überstehen und zusätzlich mit einer Dachpappe ausgestattet sein. Die Rückwand sollten in nördliche Richtung ausgelegt sein. Der Haus- und Gartenprofi rät davon ab das Häuschen an einer Hauswand anzubringen. Vor allem bei jungen Nagern besteht dabei eine erhöhte Verletzungsgefahr.       

Für den Eichhörnchenbau sollte unbehandeltes Holz genutzt werden.
In der Natur wählen Eichhörnchen gerne Unterkünfte in dichten Nadelwäldern.

Die Innenausstattung des Kobelbaus

Der Kobelbau sollte auch eine Inneneinrichtung erhalten. Man kann ihn mit Nistmaterial wie Pflanzendaunen, Fleece-Resten, weicher Holzwolle für Tiere oder Kunstfellen ausstatten. Alte Halstücher oder ähnliches sollte nicht verwendet werden. 

Notwendig ist es weiterhin, dass der Kobelbau geöffnet werden kann. Dies erleichtert das Reinigen enorm. Diese sollte im besten Fall zwei Mal pro Jahr stattfinden. Da es in den Monaten von Oktober bis Januar keine Jungtiere gibt, liegt hier der ideale Zeitpunkt für eine Reinigung.


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