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Gartenarbeit erleichtern – 7 wertvolle Tipps

Frau bei der Gartenarbeit mit Blume in der Hand
Einem leidenschaftlichen Gärtner gehen die Aufgaben im Garten nie aus.

Ich habe keinen Garten – der Garten hat mich!
Dieses Zitat wird der legendären englischen Künstlerin und Garten-Pionierin Vita Sackville-West zugeschrieben. Sie erschuf auf ihrer Gartenanlage in Sissinghurst Castle in Cornwall einen der bis heute sehenswertesten Gärten Englands. Sie investierte nicht nur ihr gesamtes Vermögen in ihren Traumgarten, sie widmete ihm ihr Leben. Allerdings lässt ihr bekanntes Zitat auch schon erahnen, dass Gartenarbeit nicht umsonst das Wörtchen Arbeit in sich trägt. Von der Passion zur Obsession ist es für leidenschaftliche Gärtner*innen oft nur ein schmaler Grat. Einfach aufhören oder kürzer treten ist aber meistens keine Option. Daher lohnt sich ein Blick auf Mittel und Wege, um die tägliche Gartenarbeit ein Stück weit zu erleichtern. Denn: Ein echter Gärtner kennt keinen Ruhestand.

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Tipp 1: Bescheidene Pflanzen statt anspruchsvoller Primadonnen

Bunte Pflanzen im Garten
Geranien sind pflegeleicht und haben trotzdem das Aussehen einer Primadonna.

Je nach Größe des Gartens kann man als Gärtnerin und Gärtner schon auf verrückte Ideen kommen. Wenn man durch erste Erfolgserlebnisse erst einmal dem Sirenengesang des Gärtners erlegen ist, wird der Wunsch nach Experimenten und dem ultimativen Erfolgserlebnis immer größer. Es spricht natürlich nichts dagegen, sich seltenen Orchideengattungen zu widmen oder anderen Exoten, die nichts weniger als hingebungsvolle 24-Stunden-Betreuung fordern. Wer sich die Gartenarbeit vereinfachen möchte, setzt auf genügsame Gewächse, die sämtliche Witterungsbedingungen locker wegstecken und den einen oder anderen Lapsus auch gerne verzeihen. Viele Pflanzen, die im Frühjahr hoffnungsvoll gesetzt werden, machen im Spätsommer und Herbst erst ordentlich Arbeit. Hier lohnt sich vorausschauende Planung. Wer die letzten Sonnentage im Herbst nicht mit mühseligem Einsammeln von Laub verbringen möchte, setzt auf Nadelbäume, Gräser und immergrüne Hecken. Topfpflanzen, die ein Winterquartier benötigen, sollten von vornherein auf Untersetzer mit Rollen platziert werden, das schont den Rücken.

Tipp 2: Wasserstellen über den Garten verteilen

Regenwasser fließt direkt in Tonnen
Abgestandenes Regenwasser ist das Lieblingsgetränk vieler Pflanzen.

Die körperlich anstrengendste Tätigkeit in Sachen Gartenarbeit ist wohl das tägliche Wässern. Erfahrene Gärtner*innen wissen, dass Regenwasser, am besten abgestanden, das Lieblingsgetränk der meisten Pflanzen ist. Es empfiehlt sich daher, wo immer möglich Regenwasser aufzufangen und zu speichern. Dafür gibt es exklusive Hightech-Regentonnen mit elegantem Wasserhahn in optisch ansprechenden Designs. Billiger und einfacher sind recycelte Fässer jeder Art, aber auch alte Waschzuber und Badewannen hat man in Gärten schon als Wasserspeicher gesehen. Sind diese entsprechend groß, lohnt sich die Investition in eine Pumpe, an welche Gartenschlauch samt Brause oder Präzisionsdüse angeschlossen werden können.

Das Schleppen von schweren Gießkannen gehört somit der Vergangenheit an. Wichtig im Herbst: Nachdem die Wasserbehälter entleert und eingewintert wurden, die Ausläufer der Regenrinnen unbedingt so umleiten, dass keine Gehwege von Glatteis bedroht sind. Eine Verlängerung auf ein Rasenstück oder in eine Kiesdrainage ist schnell und einfach improvisiert. Und Improvisationen halten ja bekanntlich ewig, zumindest bis zum nächsten Frühjahr.

Tipp 3: Kurze Wege

Komposthaufen nach der Gartenarbeit im Garten
Bei der Gartenarbeit sollte man sich die Wege so kurz wie möglich gestalten.

Auch wenn ein Komposthaufen kein schöner Anblick im liebevoll gestalteten Ziergarten ist: Ihn in den wirklich hinterletzten Winkel des Grundstücks zu verbannen, kann – je nach Größe – zur unfreiwilligen täglichen Fitnessübung werden. Dasselbe gilt für den Geräteschuppen und seine nützlichen Bewohner. Gartenarbeit kann Knochenarbeit sein. Sich die Wege so kurz wie möglich zu machen, erleichtert diese ungemein. Nicht umsonst sieht man Gärtner*innen in aller Welt häufig einen Schubkarren voller Werkzeug und sonstiger nützlicher Utensilien ganztägig vor sich herschieben. Werkzeug to go ist angesagt. Darüber hinaus machen bestimmte Tätigkeiten keinen Sinn, wenn sie zur falschen Tageszeit oder bei der falschen Wetterlage ausgeführt werden.

Hecken schneiden an einem glühend heißen Tag wird zwar die Hecke am Wachsen hindern, leider unter Umständen bis in alle Ewigkeit. Die Schnittflächen vertrocknen und können sogar unwiderruflich “verbrennen”. Selbiges gilt für Gießen im Hochsommer. Nach einer Erste-Hilfe-Runde zu Mittag, wo besonders durstige Kandidaten (Ampelpflanzen, Tomaten, Balkonblumen) erstversorgt werden, macht Gießen vor dem späten Nachmittag wenig Sinn. Außer, man geht gerne zweimal. Rasenmähen nach einem Sommerregen wird je nach Fläche zu einem besonders mühsamen Geschäft. Das nasse Gras wird den Fangkorb des Mähers verstopfen, die Klingen verkleben und am Komposthaufen zu schimmeln beginnen. Neben dem Hausverstand lohnt es sich übrigens auch im 21. Jahrhundert noch, den Mondkalender zu konsultierten. Vielen Bereichen der Gartenarbeit (z. B. Säen, Setzen, Zurückschneiden) kommt mit seiner Hilfe kosten- und mühelos die perfekte Unterstützung von Mutter Natur zugute.

Tipp 4: Faltbare Pflanztaschen verwenden

Pflanztaschen sind langlebig und daher wieder verwendbar.
Aufgrund der Materialbeschaffenheit von Pflanztaschen kann keine Staunässe auftreten.

Sie haben ihren Siegeszug dem Trend des Urban Gardening zu verdanken, wo immer besonders platzsparende Alternativen gefragt sind. Von den Dachterrassen großer Städte haben sie mittlerweile auch in heimische Gärten Einzug gehalten. Sie punkten gleich mit mehreren Vorteilen: Sie sind langlebig und daher wieder verwendbar. Meist bestehen sie aus (recyceltem) Polypropylen, was Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit in die Gartenarbeit einfließen lassen. Sie sind robust, strapazierfähig, reißfest und günstig in der Anschaffung, im Winter benötigen sie kaum Platz. Hauptvorteil aber ist ihr geringes Gewicht.

Es gibt Modelle, die an den Seiten zusätzlich mit praktischen Tragegriffen ausgestattet sind, was das Handling noch erleichtert. Ihre Materialbeschaffenheit gibt Staunässe keine Chance. Die Ränder dieser Pflanzsäcke können nach Belieben umgekrempelt werden, was – je nach Standort und Größe der Pflanze – mehr oder weniger Sonne zulässt. Unter den Krempen nisten mit Vorliebe Spinnen. Wer kein Problem mit ihnen hat, wird als Dank kaum Schädlinge in seinen Pflanztaschen vorfinden: Diese wurden bereits vorab ihrem natürlichen Zweck als Spinnenfutter zugeführt.

Tipp 5: Hoch das Beet!

Buntes Hochbeet
Hochbeete bieten den komfortablen Vorteil die Gartenarbeit im Stehen zu erledigen.

Hochbeete haben mittlerweile nicht nur mehr Terrassen, Balkone und Kleingärten erobert, immer mehr Gärtner*innen wissen ihre Vorteile zu schätzen. Sie bieten den komfortablen Vorteil, sämtliche Gartenarbeit im Stehen zu erledigen. Das ist hauptsächlich rückenschonend, bedeutet aber auch weniger direkten Kontakt mit dem Erdreich und daher weniger Schmutz an Kleidung, Schuhen und der Umgebung. Keine Fans von Hochbeeten sind hingegen Schnecken: Kaum jemand macht ihnen die Nahrungssuche so schwer wie sie. Bis eine Schnecke ein Hochbeet erklommen hat, hat sie der aufmerksame Gärtner längst im Blick und ihr Schicksal besiegelt. Da Hochbeete inzwischen in so ziemlich allen Größen, Materialien und Designs angeboten werden, können sie zusätzlich als optisch ansprechender Sichtschutz, Raumteiler auf Balkon und Terrasse und begrünte Abgrenzungen fungieren. Manche Modelle gibt es mit einem Aufsatz, der dem Beet ein funktionales Upgrade zum Frühbeet oder Mini-Gewächshaus beschert.

Tipp 6: Clevere Helfer einsetzen

Gewächshaus in einer Plastikflasche
In leeren Plastikflaschen können Jungpflanzen angezüchtet werden.

Gartenarbeit erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Was oftmals als reiner Zweck für Ordnung und Sauberkeit rund ums Haus beginnt, kann in ein durchaus zeit- und kostenintensives Hobby ausarten. Der Einsatz von preisgünstigen Hilfsmitteln, die noch dazu dem Trend des Upcycling folgen, kann hier ein wenig Abhilfe schaffen. Einen Versuch wert sind folgende Ideen auf jeden Fall:

Alte Putz- oder Badeschwämme als Drainage

Der Feind aller Topf- und Kübelpflanzen ist die Staunässe. Eine herkömmliche Drainage aus Kies oder Tonscherben leitet diese zuverlässig ab, sorgt jedoch dafür, dass sich Wasser in den Untersetzern ansammelt, was dann erst recht wieder abgegossen werden muss. Wesentlich besser geeignet sind Stücke von Schwämmen, die am Boden des Topfes vor der Erde eingefüllt werden. Sie leiten überschüssiges Wasser gleichfalls zuverlässig ab, speichern jedoch eine gewisse Menge auch zwischen. Somit spart man sich das Entleeren der Untersetzer (zumindest einige Male) und hat zusätzlich eine günstige und pfiffige Selbstbewässerungsanlage in jedem Topf installiert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis dieses Tipps ist kaum zu toppen. Einen ähnlichen Effekt erzielt man übrigens mit einem (neuen) Kaffeefilter, der zwischen Topf und Erde platziert wird. Dieser speichert zwar kein Wasser, verzögert den Drainage-Effekt aber ebenso zuverlässig wie ein Stück Schwamm.

Plastikflaschen als Anzuchthäuschen

Abgesehen davon, dass das Verwenden von Einweg-Plastikflaschen jedem umweltbewussten Gärtner ohnehin zuwider sein wird, kann man diesen vor ihrer Entsorgung tatsächlich noch späte Ehre zuteilwerden lassen. Auf die richtige Höhe zugeschnitten, sind sie perfekte und kostenlose Gewächshäuser für Pflanzenkinder, deren Erdreich noch Schutz vor Austrocknung benötigt, die aber zugleich gerne ein wenig mehr Wärme genießen möchten. Mit einigen Luftlöchern in den Flaschenboden geschnitten, ist auch ausreichend Sauerstoff garantiert. Einen ähnlichen Zweck erfüllen übrigens auch die Plastikschalen von Obst, wie Weintrauben oder Pfirsichen. Immerhin haben diese so noch die Chance, sich nützlich zu machen.

Die richtigen Hebel in Bewegung setzen

Gartenarbeit ist Handarbeit. Allerdings erfordert sie recht häufig anstrengendes Knien, Bücken oder in die Hocke gehen, was langfristig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder zumindest zu Schmerzen führen kann. Viele Gartengeräte gibt es mittlerweile mit adaptierbaren Verlängerungen, die zum Beispiel das Lockern des Erdreichs mit einer Gartenkralle im Stehen ermöglichen. Wem das Hinknien und vor allem das darauffolgende Aufstehen schon schwerer fällt, dem sei eine Gartenkniebank mit Aufsteh-Hilfe empfohlen. Sie sind ähnlich einem Campingsessel konzipiert, zusammenklappbar, was Platz spart und sie zudem leicht transportierbar macht. Die meisten dieser Bänke sind an den Seiten mit Taschen ausgestattet, in welchen Werkzeug, Wasserflasche, Sonnenhut etc. verstaut werden können. Die meisten Hersteller von qualitativ hochwertigen Gartengeräten bieten ihre Produkte als flexible Systembausteine an, die je nach Bedarf beliebig erweitert werden können. Auf Qualität zu setzen lohnt sich hier allemal.

Tipp 7: Nehmen Sie es leicht! Oder: Take it easy!

Familie im Garten
“Take it easy” ist eine guter Leitspruch für alle Hobby – Gärtner.

Von kaum einer anderen Nation weltweit können Hobbygärtnerinnen so viel lernen wie von den Engländern. Nicht umsonst hat unsere mitteleuropäische Gartenkultur ihren Ursprung dort. Neben idealen klimatischen Bedingungen und einem gewissen Understatement, das nur noch von den japanischen Zen-Gärten getoppt wird, lehren uns britische Gärtner und Landschaftsarchitekten vor allem eines: Take it easy! Wenn Sie Ihren Garten schön finden, ist er genau das: schön. Der Vergleich macht uns hier nicht nur unsicher, er hinkt auch von vornherein.

Jeder Garten bringt völlig andere Voraussetzungen an Licht, Boden, Witterung und anderen Umwelteinflüssen wie zum Beispiel der Nähe zu stark frequentierten Straßen, Industrieanlagen, landwirtschaftlichen Nutzflächen usw. mit sich. Dem Talent oder Anti-Talent der Gärtnerinnen ist hier oft weniger geschuldet als gedacht. Gartenarbeit in ihrer ganzen Bandbreite lehrt uns nicht nur Geduld, sondern auch Demut und die Fähigkeit, manche Dinge einfach anzunehmen, wie sie sind. Das legendäre “Gelassenheitsgebet” der Anonymen Alkoholiker könnte genauso gut von einem erfahrenen Gärtner stammen

Gartenarbeit: Knochenjob und Traumberuf

Oma mit Enkelkind im Garten bei der Gartenarbeit
Erfolgserlebnisse im Garten lassen das Gärtnerherz höher schlagen.

Ein Garten wird immer mit Arbeit, Hingabe und Beschäftigung verbunden sein. Reine Selbstläufer sind in unseren Breiten aufgrund der Witterung schon nicht möglich. Auch wenn die Klimaerwärmung bereits ihre Schatten vorauswirft: Solange wir noch 4 Jahreszeiten unterscheiden können, wird unser Garten ganzjährig unsere Aufmerksamkeit beanspruchen. Passionierte Gärtnerinnen werden selten längere Zeit in einem Liegenstuhl liegend die Früchte ihrer Arbeit genießen können. Schon bald wird die eine oder andere Baustelle ins Auge fallen, die es sofort zu beheben gilt. Neben Komplimenten von (ahnungslosen) Besucherinnen und Passanten, die den schönen Garten loben, aber nicht die Spur einer Ahnung haben, wie viel Arbeit dahinter steckt, sind es die Erfolgserlebnisse, die den eigentlichen Kick des Gärtnerns ausmachen.

Diese sind weder in Geld noch in irgendeiner anderen Währung aufzuwiegen. Ein schmerzender Rücken oder ein steifes Knie sind sofort vergessen, sobald die ersten grünen Spitzen nach Wochen (und Monaten!) des Wartens vielversprechend aus dem Erdreich ragen. Wenn uns im Frühling die im Herbst eingebrachten Blumenzwiebeln die ersten Blüten des Jahres bescheren und alle Überwinterungsgäste (auch die anspruchsvollen) die kalte Jahreszeit gut überstanden haben, sind das Momente, die das Gärtnerherz eindeutig höher schlagen lassen. Sie sind unbezahlbar, oder: priceless, wie die Engländer es ausdrücken würden. Und müssen es bekanntlich ja wissen.

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