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Hochbeet – 10 Fehler, die es zu vermeiden gilt!

In einem Hochbeet lassen sich eine Vielzahl verschiedener Gemüse-, Obst- und Kräuterpflanzen anbauen.
Das Hochbeet erleichtert die Gartenarbeit maßgeblich, da man im Stehen arbeiten kann.

Der Hochbeetanbau ist eine effiziente Methode, um auch auf kleinem Raum eine Vielzahl verschiedener Gemüse-, Obst- und Kräuterpflanzen anzubauen. Egal ob selbstgebaut aus alten Paletten und robusten Holzbrettern oder gekauft. Mit den richtigen Strategien können Sie jahrelang Spaß an der Pflanzenzucht haben. Beim Thema Hochbeet gibt es jedoch so einige Fallstricke und typische Anfängerfehler, die es zu vermeiden gilt. Der Haus- und Gartenprofi stellt sie Ihnen vor.

Mehr zu den Hochbeeten, hier in diesem Video:

1. Den falschen Platz für das Hochbeet wählen

Das A und O für eine Pflanze ist der richtige Standort. Sie kennen sicherlich noch folgenden Merksatz aus Ihrer Kindheit: „Im Osten geht die Sonne auf. Im Süden nimmt sie ihren Lauf. Westlich will sie untergehen. Im Norden ist sie nie zu sehen“. In gewisser Hinsicht trifft dieses Sprichwort auch auf den eigenen Balkon zu. Nordbalkone müssen im Allgemeinen mit weniger Sonne auskommen als etwa ein Balkon auf der Südseite, der als sehr sonnenverwöhnt gilt und mitunter sehr warme Temperaturen erreichen kann.

Aber nicht nur auf dem Balkon, auch in Gärten und Höfen sollten Sie bei der Anlage eines Hochbeets die Seite beachten, auf die die Sonne fällt. Der falsche Standort ist einer der häufigsten Fehler beim Hochbeetanbau und führt mitunter zu Frustration, weil er zu niedrigeren Erträgen sowie Problemen führt. Während beispielsweise mediterrane Pflanzen wie Rosmarin, Thymian, Chili oder Zucchini die Sonne lieben, fahren andere Gemüsesorten wie Rote Beete oder verschiedene Salate auch im Schatten bei richtiger Pflege gute Erträge ein. Passen Sie also Ihre Pflanzen optimal an den Standort an, sie werden es Ihnen danken.

Der falsche Standort ist einer der häufigsten Fehler beim Hochbeetanbau.
Der Standort des Hochbeets muss an die Pflanzen angepasst werden.

2. Die falsche Befüllung und Erde benutzen

Beim Hochbeet ist die Wahl der richtigen Erde sehr wichtig. Während einige Pflanzen wie beispielsweise Brokkoli oder Kartoffeln zu den Starkzehrern zählen und besonders viele Nährstoffe benötigen, sind Gemüsesorten wie Radieschen oder Feldsalat so genannte Schwachzehrer und leben nach dem Motto „weniger ist mehr“. Der Hochbeetanbau folgt im Allgemeinen folgendem Prinzip: In die unterste Schicht wird grober Gehölzschnitt eingetragen, der dafür sorgt, dass sich kein Wasser aufstaut. Hierbei sollten Sie allerdings kein Thuja oder Nadelholz verwenden, da diese den Boden sauer machen.

Alternativ können Sie hier auch eine Schicht aus Kies, Splitt und Sand setzen, die eine hervorragende Drainage schafft. Darauf folgt eine 20 cm dicke Schicht feiner Gehölzschnitt. In der mittleren Schicht sollten sie 20 bis 30 cm groben Kompost auftragen, der für Pflanzen wichtige Nährstoffe enthält. Die oberste Schicht wird schließlich mit hochwertiger Erde befüllt, die ihren Pflanzen ausreichende Nährstoffe bietet. Das kann zum Beispiel Humus, verkaufsfertige Hochbeeterde oder Komposterde sein. Nun können Sie mit der Bepflanzung beginnen. Um die Nährstoffversorgung der verschiedenen Pflanzensorten zu optimieren, bietet sich hierbei das Einhalten einer Fruchtfolge an.

Beim Hochbeet ist die Wahl der richtigen Erde sehr wichtig.
Die oberste Schicht des Hochbeets wird mit hochwertiger Erde, wie Humus oder Komposterde, befüllt.

3. Keine Fruchtfolge beim Hochbeet einhalten

Hierbei kommen wir schon zum nächsten typischen Fehler. Vielleicht haben Sie schon einmal von dem Wort „Fruchtfolge“ gehört. Damit ist gemeint, dass im Laufe der Jahre verschiedene Pflanzen auf derselben Stelle ausgebracht werden, die sich gegenseitig gut ergänzen. Beim Hochbeetanbau bietet es sich an, zunächst auf starkzehrende Pflanzen wie beispielsweise Gurken zu setzen, die der Erde Nährstoffe entziehen. In den nächsten Jahren können an derselben Stelle dann wieder Setzlinge gepflanzt werden, die weniger Nährstoffe benötigen. So sparen Sie nicht nur bares Geld für das Auffüllen von neuer Erde, sondern nutzen die natürlichen Eigenschaften jeder Pflanze optimal aus. Es ist hilfreich, sich hierfür einen Pflanzplan zu machen, der die verschiedenen Gemüse-, Obst- und Kräutersorten für die nächsten Jahre auflistet.

Allerdings sollten Sie hierbei darauf achten, innerhalb eines Jahres nicht eine Pflanze aus derselben Familie wie ihr Vorgänger anzubauen. Wenn Sie also bereits im Vorjahr Bohnen an dieser Stelle im Beet haben, sollten Sie im nächsten Jahr keine Erbsen an der gleichen Stelle pflanzen. Was im ersten Moment sehr kompliziert erscheint, wird für Sie im Laufe der Jahre ein Kinderspiel. Für den Anfang ist es empfehlenswert, sich hierfür Pläne aus dem Internet zu besorgen.

Im Laufe der Jahre sollten verschiedene Pflanzen auf derselben Stelle im Hochbeet ausgebracht werden.
Es ist hilfreich sich einen abwechslungsreichen Pflanzplan für das Hochbeet zu erstellen.

4. Falsche Pflanzpartner und fehlende Mischkultur im Hochbeet

Wer ein Hochbeet hat, möchte im Idealfall auch eine Vielfalt von Pflanzen haben. Hierbei sollten Sie allerdings darauf achten, Pflanzen nebeneinander zu setzen, die auch wirklich zueinander passen. „Gleich und gleich gesellt sich gern“: Dieses Sprichwort gilt bei Pflanzen nicht unbedingt! Eine gute Mischkultur zeichnet sich dadurch aus, dass sie Pflanzen miteinander kombiniert, die auch wirklich harmonieren. Wussten Sie etwa, dass Gurken und Dill nicht nur im Salat, sondern auch im Beet miteinander können? Oder dass Bohnen zusammen mit Bohnenkraut häufig von Schädlingen in Ruhe gelassen werden? Eine intelligente Zusammenstellung Ihrer Pflanzen hilft dabei, für optimale Wachstumsbedingungen zu sorgen. Bei Pflanzen, die zur selben Familie gehören und nicht gut miteinander klarkommen, können Sie bei entsprechend ausreichendem Abstand zueinander auf Nummer sicher gehen. Ihre Sprösslinge im Hochbeet werden es Ihnen danken.

Beim Hochbeet sollten nur Pflanzen nebeneinander gesetzt werden, die wirklich zueinander passen.
Eine intelligentes Zusammenstellen der Gewächse sorgt für optimales Wachstum.

5. Nicht ausreichend Platz zwischen den Beeten lassen

Nicht nur im Hochbeet, auch zwischen den Beeten wird gerne vergessen, dass ausreichender Platz ein wichtiges Erfolgskriterium ist. Der Vorteil eines Hochbeets besteht ja gerade in seiner Höhe, die es auch Menschen mit Rückenproblemen ermöglicht, entspannt zu gärtnern. Sollten Sie jedoch mit mehreren Beeten planen und ausreichend Platz haben, nutzen Sie diesen auch! Gerade bei länglichen Beeten kann es eine Qual sein, sich immer strecken zu müssen, um auch die Radieschen in der Ecke hinten zu erreichen. Wer hingegen ausreichend Platz zwischen den Einzelbeeten lässt, um noch bequem in die Zwischenräume gehen zu können, spart sich Frustration und erleichtert die Arbeit ungemein.

Wer ausreichend Platz zwischen den einzelnen Hochbeeten lässt, erleichtert sich die Arbeit ungemein.
Zwischen den einzelnen Hochbeeten sollte genügend Platz gelassen werden.

6. Falsche Pflanzstrategie und kein Platz zwischen den Pflanzen

Beim Gemüseanbau kommt es neben den richtigen Partnern und der richtigen Erde auch darauf an, den Platz, den sie einnehmen wird, vorab einzukalkulieren. Während manche Pflanzen wie Kohl nicht in ungeahnte Höhen schießen werden, sieht dies bei Tomaten oder auch Bohnen wieder ganz anders aus. Das hat wiederum auch praktische Auswirkungen auf die Nachbarn im Beet. Eine hochwachsende Pflanze wird zwangsläufig Schatten werfen, was dazu führen kann, dass niedrig wachsende Pflanzen mit Sonnenbedarf womöglich zu wenig Licht bekommen werden. Daher bietet es sich an, hochwachsende Pflanzen wie Erbsen weiter hinten im Beet zu platzieren, etwas Platz zu lassen und nach vorne hin wiederum niedrigere Arten zu setzen. So verhindern Sie, dass die „Kleinen“ im Schatten ihrer großen Schwester kümmerlich heranwachsen.

Doch nicht nur im Hinblick auf Schatten ist ausreichender Platz notwendig, Stichwort Wurzelkonkurrenz. Viele Nutzpflanzen mögen einen gewissen Abstand zu ihren Geschwistern, um für sich selbst ausreichend Nährstoffe aus dem Boden ziehen zu können. Achten Sie am besten direkt beim Pflanzen oder Aussäen der Pflanzen auf die Angaben der Verpackung oder recherchieren Sie alternativ im Internet, wie viel Platz zwischen den einzelnen Pflanzen gelassen werden sollte.

Beim Hochbeet Bepflanzen ist an ausreichend Platz für jedes Gewächs zu denken.
Wuchernder Planzen können ihren Nachbarn das Licht rauben.

7. Keine Beschriftung am Hochbeet

War das jetzt nochmal Bohnenkraut oder doch Thymian? Gerade, wenn man noch am Anfang seiner Gartenkarriere steht und nicht viel Erfahrung mit verschiedenen Pflanzen im Hochbeet hat, ist eine Beschilderung der verschiedenen Pflanzen unabdingbar. Insbesondere bei Setzlingen wird ansonsten gerne einmal vergessen, mit welcher Pflanze man es eigentlich zu tun hat. Dieses Problem können Sie von Anfang an umgehen, indem Sie sich kleine Schilder besorgen und die Namen der Pflanzen auf diesen eintragen. Nutzen Sie dafür am besten einen wasserfesten Stift, damit der Name auch bei Regen nicht ausgewaschen wird. Gerade am Anfang neigen viele dazu, sich bei Pflanzen etwas zu übernehmen und pflanzen gleich 15 verschiedene Sorten. Das ist zwar problemlos möglich, führt aber häufig zu Verwirrung, da man schnell den Überblick verliert.

Eine Beschilderung der verschiedenen Pflanzen im Hochbeet ist unabdingbar.
Eine Beschilderung der Gewächse sorgt für einen optimalen Überblick.

8. Schutz gegen Schädlinge vergessen

Es ist die Horrorvorstellung jedes Gärtners: Sie gehen morgens zum Gießen an Ihr Hochbeet und wollen die Salatköpfe wässern – aber da sind gar keine mehr! Schnecken und andere Schädlinge sind auch im Hochbeet keineswegs ausgeschlossen. Mit ein paar einfachen Kniffen können Sie unseren Nahrungskonkurrenten jedoch leicht Einhalt gebieten. Bereits beim Bau oder Kauf des Beets bietet sich eine konische Form an, die Fressfeinden das Überwinden schwer macht. Zudem können Sie auch einen Schneckenzaun anbringen oder es mit Haushaltstipps wie dem Ausstreuen von Kaffeesatz versuchen. Anderen Schädlingen können Sie durch das Pflanzen von bestimmten Kräutern Einhalt gebieten.

Durch ein Netz erschwert man Schnecken den Zugang zum Hochbeet.
Das Hochbeet kann durch Netze oder Kaffeesatz vor Schädlingen geschützt werden.

9. Sich nicht gegen Trockenheit wappnen

Dass eine regelmäßige Bewässerung des Hochbeets notwendig ist, ist natürlich eine Binsenweisheit. Aber wussten Sie, dass Hochbeete auch durch Verdunstung und ihre wasserdurchlässige Konstruktion zum Austrocken neigen? Gerade am Anfang machen viele diesen Fehler. Diesem Prozess kann mit Mulch ganz einfach vorgebeugt werden. Aufgrund der besonderen Holzkonstruktion kann das Wasser zu allen Seiten hin schnell verdunsten, was gerade in den heutigen heißen Sommern schnell zum Problem werden kann. Das Mulchen des Beets beugt dem Ganzen vor, indem der verwendete Grünschnitt die Verdunstung verlangsamt und so die Feuchtigkeit länger in der Erde bleiben kann. Als Mulch kann gewöhnlicher, frischer Rasenschnitt verwendet werden. Aber auch kleingeschnittene Brennnesseln oder anderes Blattmaterial eignet sich hervorragend als natürlicher Mulch.

Hochbeete neiden aufgrund ihrer wasserdurchlässigen Konstruktion zum Austrocknen.
Das Mulchen des Hochbeets beugt einem Austrocknen vor.

10. Nicht auf den Winter vorbereiten

Nach einem erfolgreichen Gartenjahr und eingefahrener Ernte sollte man das Beet keinesfalls ignorieren. Gerade in der kalten Jahreszeit ist eine gute Vorbereitung wichtig, um auch im nächsten Jahr noch mit Freude am Hochbeet arbeiten zu können. Gerade bei mehrjährigen Pflanzen ist es wichtig, das Beet ausreichend vor Kälte zu schützen. Eine Schicht aus Reisig hilft dabei, den verbleibenden Pflanzen ausreichend Schutz und Ruhe zu gewähren, damit sie im nächsten Jahr wieder kräftig wachsen können. Auch bei einjährigen Pflanzen sollten Sie das Beet im wahrsten Sinne des Wortes nicht im Regen stehen lassen. Nach dem Entfernten von Wurzelresten und Unkraut kann man eine Abdeckung mit Kompost ausbringen, die bei der Regeneration des Bodens hilft. Alternativ ist es natürlich auch möglich, eine Folie auszubringen.

Das Thema Hochbeet ist ein vielfältiges und komplexes Gebiet. Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen: Fehler zu begehen ist menschlich und aus diesen lernen Sie für die nächste Saison. Wenn Sie auf einige Hinweise und Fehlerquellen achten und wichtige Punkte wie Abstand, Nährstoffversorgung, Pflanzpartner und Schutz des Beets einhalten, werden Sie schon in der nächsten Gartensaison viel Spaß und Erfolg mit einer Menge leckerer Pflanzen haben. Und mal ehrlich: So eine selbstgeerntete, sonnengereifte Tomate oder Gurke von eigener Hand ist ein wahrer Gaumenschmaus, oder?

Gerade in der kalten Jahreszeit ist eine gute Hochbeet Vorbereitung für das nächste Jahr wichtig.
Im Winter sollte man Hochbeete mit Reisig oder Folie vor Kälte schützen.

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