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Rasen düngen und kalken gleichzeitig: Was zu beachten ist

Durch die richtige Pflege, wie Rasen düngen wird der Garten grün und gesund.
Kalken und Düngen sind gute Pflegeschritte für einen gesunden und grünen Garten.

Einen grünen und gesunden Garten wünschen sich alle Gartenbesitzer. Doch hierfür ist nicht nur das Wetter verantwortlich, sondern auch die Pflege des Rasens. Kalken und Düngen können geeignete Pflegeschritte sein, um den Rasen mit Nährstoffen zu versorgen und den pH-Wert des Rasens auf ein passendes Level anzupassen. Zwar sind beide Pflegeschritte wichtig, jedoch wird oftmals nicht empfohlen, das Kalken und Düngen gleichzeitig vorzunehmen. Was es noch zu beachten gibt, erfahren Sie in diesem Beitrag den Stoffwechsel und die Ernährung der jeweiligen Pflanze.

1. Warum ist eine gezielte Düngung wichtig?

Wie alle anderen Pflanzen auch beziehen Gräser auch Bestandteile von Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff durch Fotosynthese aus der Luft und dem Sonnenlicht. Im Boden befinden sich die restlichen Nährstoffe: Stickstoff, Phosphor und Kalium. Diese Stoffe erneuern sich nicht ohne das Zutun des Menschen. Im Gegensatz zu Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff. Die Pflanzen verbrauchen nämlich jedes Jahr diese Nährstoffe, sie können sie jedoch nicht selbstständig wieder in den Kreislauf zurückgeben. Die verbrauchten Inhaltsstoffe können nur mit einer gezielten Düngung wieder zugeführt werden. Dabei haben jedoch eine Unterversorgung ebenso wie die Überdüngung gravierende Folgen für die Gesundheit der Pflanzen.

1.1 Welche Nährstoffe sind für einen gesunden Rasen wichtig?

Es ist nicht möglich auf Dünger zu verzichten, wenn Sie einen gesunden, dichten und grünen Rasen haben möchten. Jedoch wird davon abgeraten einfach ein beliebiges Düngermittel zu verwenden. Dieser sollte auf die Bedürfnisse des Bodens und der Pflanzen genau abgestimmt sein. Es ist daher nicht möglich, eine Pauschalaussage für den Rasen und den Nährstoffbedarf zu treffen. Je nach Art und Mischung der Gräser richtet sich auch die Nährstoffzusammensetzung. Für ein kräftiges und gesundes Wachstum brauchen pflanzen grundsätzlich diese sechs Nährstoffe:

  • Stickstoff
  • Kalium
  • Kohlenstoff
  • Phosphor
  • Sauerstoff
  • Wasserstoff

Die Gräser brauchen allerdings auch noch diverse Mineralien und Spurenelemente. Diese brauchen sie nur in einem geringen Maß, sind jedoch unverzichtbar für den Stoffwechsel und die Ernährung der jeweiligen Pflanze.

2. Welche Funktionen haben die verschiedenen Nährstoffe im Dünger?

Im Stoffwechsel der Pflanze hat jeder der genannten Nährstoffe eine ganz bestimmte Aufgabe in dem System:

StickstoffEin wesentlicher Bestandteil der Fotosynthese ist der Stickstoff. Dieser ist der Hauptbestandteil des Chlorophylls. Zu dickeren und höheren Gräsern mit gesünderen Blättern führt ein ausgeglichener Stickstoffhaushalt.
PhosphorEin weiterer Bestandteil für den pflanzlichen Organismus ist Phosphor. Es sorgt aufgrund der erhöhten Produktion von Stärke und Ölen für die Entwicklung von festen und starken Wurzeln. Ebenso werden die Pflanzen in ihrer Widerstandsfähigkeit gegen viele Krankheiten gestärkt.  
KaliumKalium bietet der Pflanze ebenfalls viele Vorteile. Kalium trägt zur allgemeinen Gesundheitsqualität der Pflanze bei, verbessert und stärkt das Wurzelwachstum, ist essenziell für den Aufbau von wichtigen Proteinen und bekämpft schädliche Krankheiten.

3. Welche Vorteile haben Dünger?

Der Dünger versorgt nicht nur den Boden mit den genannten Hauptnährstoffen. Er ermöglicht dem Boden auch eine bessere Durchlüftung und erhöht die Wasserspeicherkapazität. Die Pflanze wird zusätzlich vom Dünger mit den wichtigen Nährstoffen wie Calcium, Schwefel, Magnesium, Bor, Kupfer und Eisen versorgt.

3.1. Saurer Boden

Dünger kann sich nur vorteilhaft auf den Boden auswirken, wenn der Boden den richtigen Säuregrad besitzt. Ein Maß für die vorhandene Wasserstoffmenge ist der Säuregehalt. Diese werden nach dem pH-Wert eingestuft. Bemessen wird er nach einer logarithmischen Skala im Bereich von 0 bis 14. Als neutral wird ein pH-Wert von 7 eingestuft. Weniger als 7 bedeutet sauer und mehr als 7 wird als alkalisch bzw. basisch eingestuft. Viele der Böden haben einen pH-Wert von 5,5 bis 10. Für ein gesundes Pflanzenwachstum ist ein pH-Wert zwischen sechs und sieben empfehlenswert. Fällt der Wert des Bodens auf unter sechs, können folgende schädlichen Nebenwirkungen auftreten:

AluminiumtoxizitätBei einem niedrigen pH-Wert wird Aluminium löslich. Das Wurzelwachstum wird dank des Aluminiums eingeschränkt und begrenzt auch die Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen.

NährstoffverfügbarkeitPflanzen können bei einem zu hohen Säuregehalt keinen Stickstoff, Phosphor und Kalium mehr aufnehmen. Dadurch wird das Wachstum gehemmt.

Mikrobielle / AktivitätBakterien und Pilze können unter sauren Bedingungen keine organischen Substanzen abbauen und die Nährstoffe im Boden zirkulieren lassen.  

Durch einen handelsüblichen Streifentest kann der pH-Wert des Bodens festgestellt werden. Genauere Ergebnisse erhalten Sie bei einer Bodenuntersuchung, die in einem Labor gemacht wurde. Auch wenn diese teurer ist, lohnt sie sich in jedem Fall für ein präziseres Ergebnis. 

3.2. Wie beeinflusst Dünger und Kalk den pH-Wert des Bodens?

Der Boden rutscht immer mehr in den sauren Bereich ab, je mehr Wasserstoff im Boden vorhanden ist. Der Säuregehalt nimmt aufgrund der Stickstoff-basierten Ernährung der Pflanzen stetig zu. Dies geschieht insbesondere dann, wenn Sie Dünger auf der Grundlage von Ammoniumstickstoff verwenden oder diesen überdosieren. Zu einer Versäuerung des Bodens führt zudem eine Überdüngung. Diese lässt sich einfach mit einer gründlichen Bodenanalyse feststellen.

Doch nicht nur Dünger beeinflusst des pH-Wert des Bodens, sondern auch Kalk. Gemein haben diese beiden Pflegeschritte insbesondere ihren Einfluss auf den Säuregehalt des Bodens. Der Gärtner muss von Zeit zu Zeit nämlich immer wieder Calcium ausbringen, damit sich der Boden neutralisieren und das pH-Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann. Und genau das kann am einfachsten mit Kalk erreicht werden. Zudem ist es die günstigste Variante.

Aber was ist Kalk eigentlich? Der Kalk besteht aus gemahlenen Kalkstein. Dies ist grauer Sedimentgestein, der hauptsächlich aus Kalziumkarbonat und Magnesium Karbonat besteht. Damit der Säuregehalt nicht zu hoch ist, wird dieser durch Kalzium und Magnesium neutralisiert. Diese reagieren mit den sauren Bestandteilen Wasserstoff und Kalium und wirken ausgleichend.

4. Wie verwendet man Kalk?

Den Kalk über den Rasen streuen. Da Kalk oftmals in Pulverform vorliegt, sollte Sie beim Kalken des Rasens stets darauf achten, dass Sie es an einem windstillen Tag durchführen. So kann der Rasen den Kalk auch aufnehmen. Andernfalls könnte dieser durch Windböen verwehen. Des Weiteren ist es sinnvoll beim Kalken auf die Kalkart zu achten. Kalk ist schließlich nicht gleich kalk.

Die häufigste, für den Rasen verkaufte Kalkart ist Dolomitenkalk. Diesen bekommen Sie entweder in Form von Pulver oder Pellets zu kaufen. Das Kalkpulver ist ein feines, weißes Pulver, welches Sie über den Rasen aus streuen. Die Oberfläche des Kalks erhöht sich, je feiner das Pulver gemahlen ist. Die Reaktionszeit wird umso schneller, je größer die Oberfläche des Kalks ist. Auf keinen Fall sollte das Pulver an einem windigen Tag aufgetragen werden. Ebenso sollten Sie bei dieser Arbeit eine Gesichtsmaske tragen. Wir empfehlen Kalk in Pelletform, da dieser wenige Schmutz verursacht, sich gleichmäßiger auf dem Boden verteilen lässt und die gleiche Funktion wie das Pulver erfüllt.

Der Boden sollte nicht zeitgleich gekalkt und gedüngt werden.
Der Boden sollte zuerst gekalkt und dann gedüngt werden.

5. Zuerst Dünger oder Kalken?

Kalk und Dünger sollten am besten nicht zeitgleich auf den Boden aufgetragen werden. Doch woran können Sie nun festmachen, ob Sie kalken oder düngen sollten?

Welches der beiden Produkte zuerst eingesetzt werden sollte, bestimmt das pH-Gleichgewicht des Bodens. Die Ziele jeder Wachstumsergänzung sollten Sie stets beachten: Den Pflanzen wird der zur Verfügung stehende Nährstoffgehalt erhöht durch den Dünger, der dem Boden zugesetzt wird.

Der Säuregehalt sollte verringert werden durch den Kalk. Dadurch werden der Pflanze die Nährstoffe leichter zugänglich gemacht. Daher ist der pH-Wert des Bodens wichtig bei der Entscheidung, ob Sie den Rasen Düngen oder Kalken sollen.

Da durch das Kalken der Boden besser Nährstoffe aufnehmen kann, ist es sinnvoll den Rasen erst zu kalken und dann zu düngen.

5.1 Warum zuerst kalken?

Weist der Boden einen zu hohen Säuregehalt auf, ist es ratsam, zunächst zu kalken. Den Dünger sollten sie dann erst nach einer gewissen Wartezeit auftragen. Der Prozess des Entsäuerns geht nicht schnell vonstatten. Daher braucht der Kalk Zeit. Kalk reagiert schneller mit dem Boden, je feiner er gemahlen ist. Dies verringert die Zeit zwischen dem Kalken und der Düngung. Wenn der Boden stark sauer ist, sollten pro 100 Quadratmeter Rasenfläche ungefähr 50 Kilogramm Kalk aufgetragen werden. Eine geringere Menge von etwa 20 Kilogramm auf 100 Quadratmeter empfiehlt sich, wenn der pH-Wert nur aufrechterhalten werden soll.

6. Wann ist der beste Zeitpunkt zum Kalken und Düngen?

Da der Rasen von Witterungen nicht befreit ist, den Zeitpunkt zum Kalken und Düngen auch an die Wetter- und Saisonbedingungen anpassen.

Als die beste Zeit zum Auftragen von Kalk ist der Herbst. In dieser Zeit hat der Kalk genug Zeit für die langsame chemische Reaktion. Die Wirksamkeit von Kalk wird bei zu großer Hitze oder bei Frost verringert, weshalb der Herbst mit seinen moderaten Temperaturen perfekt geeignet ist.

Der Dünger sollte vor dem Kalk aufbringen, wenn Sie neue Grassamen pflanzen. Ansonsten ist es immer ratsam, zuerst zu kalken.

Bevor Sie den Kalk ausbringen, sollten Sie daher mindestens eine Woche bis zehn Tage waren. Die Pflanzen brauchen Ihre Zeit, um die im Dünger enthaltenen Nährstoffe aufzunehmen. Kalk erhöht die Wirksamkeit der bereits im Boden vorhandenen Düngers. Durch den zusätzlichen Schub durch den Kalk im Boden können die Wurzeln der Pflanzen schneller wachsen und profitieren. Sofern Sie jedoch Langzeitdünger verwenden, sollten bis zu zwei Monate zwischen dem letzten Düngen und dem Kalken verstreichen.

6.1 Unter welchen Voraussetzungen können Kalk und Dünger zeitgleich ausgebracht werden?

Ist der pH-Wert des Bodens bereits neutral, muss Dünger und Kalk nicht zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausgebracht werden. Somit können Sie beides zeitgleich ausbringen und so Zeit und Geld sparen. Der Boden wird durch den Dünger direkt mit Nährstoffen versorgt. Der Kalk setzt sich im Laufe der Zeit langsam frei und erhält so den pH-Wert aufrecht. Sie sollten beide Mittel jedoch separat ausbringen, damit die Mittel beide auf der gesamten Rasenfläche verteilt wird. Es ist sinnvoll, zunächst den Rasen zu kalken und anschließend den Rasen zu düngen.

6.2 Krankheiten durch Überdosierung

Befindet sich Ihr Rasen bereits in einem neutralen pH-Wert, muss der Kalk lediglich alle zwei Jahre ausgebracht werden. Wird der Rasen nämlich zu viel gekalkt, führt dies zu einer Eisenchlorose. Dies hat zur Folge, dass das Gras gelb wird oder sogar abstirbt. 

Verwenden Sie zu viel Dünger, kann dies zu Verätzungen, Anhäufung von Stroh und einer Zunahme von Schädlingen oder auch Krankheiten in Ihrem Rasen führen.

Somit ist es zwar wichtig den Rasen zu düngen und zu kalken, jedoch sollte dies moderat und in langen Abständen geschehen. Zu viel ist auch hier nicht der Schlüssel zum Erfolg.

Der pH-Wert des Bodens ist regelmäßig zu überprüfen.
Das gleichzeitige Kalken und düngen des Rasens ist abhängig von den pH-Wert des Bodens.

7. Fazit

Ein Hobbygärtner weiß oftmals nicht, dass es nicht immer sinnvoll ist, den Rasen zeitgleich zu düngen und zu kalken. Ein richtig oder falsch gibt es hier nicht: Teilweise den Rasen nicht gleichzeitig düngen und kalken. Je nach pH-Wert des Bodens kann aber auch das Kalken und Düngen gleichzeitig vorgenommen werden. Damit Sie stets einen schönen Rasen haben, sollten Sie den pH-Wert regelmäßig überprüfen. So wissen Sie auch, wann Sie kalken und wann Sie düngen sollten.


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