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Rosmarin richtig anbauen – 10 Tipps

Wahre Feinschmecker und Gartenliebhaber bauen sich den Rosmarin ganz einfach selbst an.
Rosmarin wird vor allem als schmackhaftes Würzmittel in der Küche geschätzt.

Rosmarin blickt auf eine sehr lange Tradition als Würz- und Heilpflanze zurück. Älteste schriftliche Überlieferungen über die Verwendung des Krautes „ros marinus“ sind etwa 5.000 Jahre alt. Doch vermutlich nutzen wir Menschen diese wunderbare Pflanze schon viel länger.
Heute schätzen wir den duftenden, krautigen Strauch vor allem als schmackhaftes Würzmittel in der Küche. Rosmarin verfeinert Fleischgerichte, Kartoffeln, Soßen, Eintöpfe und ist eine unverzichtbare Zutat in der mediterranen Küche.
Wahre Feinschmecker und Gartenliebhaber ziehen sich die Rosmarinpflanzen ganz einfach selbst. Wir geben Ihnen 10 Tipps, mit denen der Anbau garantiert gelingt.

Mehr über den Anbau von Rosmarin, hier in diesem Video:

1. Rosmarinpflanzen fertig kaufen, selbst ziehen oder aus Stecklingen gewinnen

Obwohl Rosmarin insgesamt sehr einfach zu kultivieren ist, ist es umständlich, ihn aus Samen zu ziehen. Das ist eigentlich auch ein Aufwand, der nicht sein muss.

Die hübschen Büsche gibt es in allen Größen in Gartencentern und Baumschulen zu kaufen. Kleine buschige Pflänzchen sind schon für unter 10 Euro zu haben. Große stattliche Exemplare kosten natürlich etwas mehr.

Daneben ist es ganz einfach, Rosmarin aus Stecklingen zu vermehren. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie im letzten Absatz.

Die hübschen Rosmarinbüsche gibt es in allen Größen in Gartencentern und Baumschulen zu kaufen.
Rosmarin kann in vielen Pflanzenfachgeschäften erworben werden.

2. Wählen Sie die passende Sorte

Rosmarin ist nicht gleich Rosmarin. Kaufen Sie Ihre Pflanze nur dort, wo Sie umfassende Informationen zur Art und den Ansprüchen der Pflanze bekommen.

Sehr gute, aromatische und robuste Sorten sind „Veitshöchheimer Rosmarin“ und die Züchtung „Arp“.
Die englische Sorte „Miss Jessop“ ist eine besonders stark duftende Sorte. Die Arten „Blaulippe“ und „Mallorca Pink“ sind aromatisch, jedoch wesentlich empfindlicher gegen Kälte und Feuchtigkeit als andere Sorten.

Wenn Sie den Geschmack und Duft des Krautes besonders lieben, können Sie sich natürlich auch mehrere Sorten Rosmarin zulegen.

Die Rosmarin Züchtung "Arp" duftet sehr gut und ist zugleich robust.
Die Züchtung “Arp” ist aromatisch und besonders widerstandsfähig.

3. Rosmarin liebt die pralle Sonne

Als mediterrane Pflanze braucht der Rosmarin immer ausreichend Licht. Er kann sogar in der direkten, prallen Sommersonne stehen und fühlt sich dabei richtig wohl.

Wenn Sie Rosmarin in Ihrem Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren möchten, sollte er mindestens sechs Stunden Lichteinstrahlung täglich genießen können.

Damit sind Standorte mit Süd- oder Südostausrichtung am besten für den Rosmarinanbau geeignet. Wenn es nicht anders geht, kommt der Rosmarin auch mit etwas weniger Licht gut klar. Er wächst dann nur nicht so schnell und üppig. Für eine Schattenlage oder Nordterrassen eignet er sich allerdings überhaupt nicht.
Neben der Sonneneinstrahlung mag es der Rosmarin gern windgeschützt. Ein Lüftchen ab und zu schadet ihm nicht. Der aromatische Busch steht aber nicht gern frei an zugigen und windigen Standorten.

Als mediterrane Pflanze braucht der Rosmarin immer ausreichend Licht.
Neben der Sonneneinstrahlung mag es der Rosmarin gern windgeschützt.

4. Den Rosmarin richtig pflanzen

Ins Freiland können sie den schönen Rosmarin nur in einigen wenigen bevorzugten Lagen und Regionen pflanzen. Man sagt, dort wo Wein wächst und Böden kaum oder nur selten durchfrieren, kann auch die Rosmarinpflanze ganzjährig im Freien bleiben. In Deutschland wären das etwa der Kaiserstuhl, gewisse Regionen in der Pfalz oder auch milde Küstenregionen.

In allen anderen Landesteilen ist die Kultivierung in Pflanzgefäßen und mit Winterschutz wesentlich sicherer. Geeignet sind alle Arten von Töpfen und Kübeln. Besonders schön kommt der Rosmarin in Terrakottagefäßen zur Geltung. Je größer der Kübel, umso stattlicher wird Ihre Pflanze heranwachsen. Kleine Büsche oder gar einen Steckling setzen Sie zunächst immer in ein angemessenes Gefäß und topfen dann bei Bedarf in ein größeres um.

Beim Substrat zeigt sich der Rosmarin wenig anspruchsvoll. Im Mittelmeerraum gedeiht er auch auf steinigen Böden, Geröllhalden und an kargen Böschungshängen hervorragend.

Wählen Sie ein normales Substrat für Kübelpflanzen oder befüllen Sie das Pflanzgefäß mit Erde aus Ihrem Garten. Der Boden muss locker, gut durchlässig und leicht kalkhaltig sein. Profis empfehlen einen pH-Wert über sieben. Als Hobbygärtner kommen Sie bei dieser unkomplizierten Pflanze aber auch sehr gut ohne pH-Wert-Messungen aus.

Je größer der Kübel, umso stattlicher wird der Rosmarin heranwachsen.
Besonders schön kommt der Rosmarin in Terrakottagefäßen zur Geltung.

5. Wässern Sie Ihre Pflanze nur mäßig

Rosmarin ist ein holziger Strauch, der nicht so schnell austrocknet. In den Mittelmeerländern steht er zur heißen Jahreszeit Wochen oder gar Monate in sehr trockenem Boden und gedeiht trotzdem üppig.

Im Topf oder Kübel sollten Sie die Pflanze regelmäßig, aber mäßig wässern. Das Substrat sollte leicht feucht, aber niemals nass sein. Achten Sie im Frühjahr und Herbst darauf, dass der Rosmarin nicht zu viel Wasser abbekommt. Haben Sie einen Untersetzer unter dem Topf, müssen Sie Staunässe rasch beseitigen. Andernfalls kann das Wurzelwerk schnell faulen.

Rosmarin ist ein holziger Strauch, der nicht so schnell austrocknet.
Rosmarin sollte regelmäßig, aber nur mäßig gegossen werden.

6. Sie können düngen, müssen aber nicht

Die sparsame Pflanze Rosmarin wächst auch ohne Dünger. Rosmarin kann auf kargen Untergründen wie Geröllhalden, sandigen Böden oder auf dünnen Erdschichten bestens kultiviert werden.

Legen Sie Wert auf schnelles Wachstum und eine besonders üppige Ernte können Sie natürlich mit Dünger arbeiten. Das lohnt sich insbesondere bei einjährigen Pflanzungen, die im Herbst komplett geerntet werden.

Verwenden Sie zum Düngen am besten natürliche und organische Mittel. Geeignet sind gut abgelagerter Kompost, Hornspäne oder eine selbst angesetzte Brennnesseljauche. Ansonsten können Sie natürlich auch zu einem herkömmlichen Düngesubstrat aus dem Fachhandel greifen.

Verwenden Sie zum Düngen von Rosmarin am besten natürliche und organische Mittel.
Zum Düngen von Rosmarin eignen sich Kompost, Hornspäne oder Brennnesseljauche.

7. Schneiden Sie Ihre Pflanze bei Bedarf

In einem großen Kübel und als mehrjährige Pflanze kultiviert, erreicht Rosmarin nach einigen Jahren stattliche Größen. Wahrscheinlich entnehmen Sie von Zeit zu Zeit Ästchen, um sie als Würzmittel in der Küche zu verwenden. Trotz dieser natürlichen Ausdünnung kann ein großer Rosmarin mit der Zeit schneller wachsen, als Sie essen können.

Schneiden Sie ihn dann einfach großzügig zurück. Entfernen Sie beschädigte Zweige und solche, die sich überlappen oder im Weg sind. Schneiden Sie am Absatz ab und dünnen Sie Ihre Pflanze so weit aus, wie Sie mögen. Rosmarin ist unempfindlich gegenüber Rückschnitten. Selbst wenn Sie etwas zu viel weggenommen haben, wird er bei guter Pflege bald nachwachsen.

Beschädigte und überlappende Zweige sollten beim Rosmarin von Zeit zu zeit entfernt werden.
Rosmarin ist unempfindlich, was einen Rückschnitt betrifft.

8. Schädlinge am Rosmarin rechtzeitig erkennen und bekämpfen

Gelegentlich wird der Rosmarin von Blatt, Woll- oder Schmierläusen, sowie Rosmarinkäfern befallen. Das passiert meistens durch Fehler bei der Überwinterung oder zu üppiger Wässerung.

Etwas häufiger kommen Spinnmilben vor, die sich durch kleine graue bis bräunliche Flecken auf den Blättern bemerkbar machen. Die Spinnmilben selbst sind winzige, rötlich gefärbte Tierchen.

Weitere ungebetene Gäste am Rosmarin sind Thripse. Diese kleinen Flügelinsekten bohren Löcher in die Blätter oder beschädigen die frischen Triebe.

Bekämpfen Sie Schädlinge vorzugsweise mit natürlichen Mitteln. Das gründliche Abwaschen der Pflanze oder Abspritzen mit dem Wasserschlauch kann bei leichten Befällen ausreichend sein. Ansonsten sind Seifenmischungen, Neemöl-Zubereitungen oder Backsoda verträgliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung am Rosmarin.

Neemöl-Zubereitungen oder Backsoda sind verträgliche Mittel zur Schädlingsbekämpfung am Rosmaringewächs.
Gelegentlich wird das Rosmaringewächs von Rosmarinkäfern befallen.

Zeigen die Blätter Ihrer Pflanze einen zähen weißen Befall, kann sich der Rosmarin mit Mehltau infiziert haben. Diese Pilzart ist bei Gärtner gefürchtet, aber keinesfalls so schwer zu bekämpfen, wie manchmal behauptet wird. Entfernen Sie zunächst alle betroffenen Triebe und entsorgen Sie sie sofort. Dann können Sie Ihren Rosmarin mit milden Mitteln wie einem Knoblauch-Sud oder Backsoda behandeln.

Bedenken Sie bei der Schädlingsbekämpfung bitte immer, dass Sie später wieder Teile der Pflanze essen möchten. Zu chemischen Insektiziden oder Fungiziden sollten Sie wirklich nur dann greifen, wenn nichts anderes geholfen hat.

9. Rosmarin überwintern oder mehrjährig halten

Rosmarin kann in unseren Breiten auf verschiedene Weisen kultiviert werden. Im Mittelmeerraum gedeiht die Pflanze als mehrjähriger Busch und kann ein sehr hohes Lebensalter erreichen. Alte Rosmarinsträucher sind feste, verholzte Pflanzen, von denen ein besonderer Charme ausgeht. In späteren Jahren wird das Rosmaringewächs sie mit einer attraktiven, lilafarbenen Blütenpracht erfreuen.

So manch ein Gärtner baut den Rosmarin in Mitteleuropa als einjährige Beetpflanze an. Die Pflänzchen sind in der Regel nicht teuer. Innerhalb einer Wachstumsperiode gedeihen sie ausreichend, um die Küche mit ihrer frischen Würze zu bereichern. Im Spätsommer oder Herbst kann der ganze Busch abgeernet und getrocknet werden.

Nachhaltiger und eigentlich auch schöner ist die mehrjährige Kultivierung in Töpfen und Pflanzgefäßen. Die Arten „Veitshöchheimer Rosmarin“ und „Arp“ gelten als winterhart. Offiziell vertragen sie Temperaturen bis minus 22 °C. Das Problem ist im Winter neben der Kälte die Feuchtigkeit. Haben Sie im Freiland einen Boden, der im Winter richtig nass ist, verfault Ihnen der Rosmarin sehr wahrscheinlich von unten.

Besser holen Sie Ihre wertvolle Würzpflanze im Winter einfach ins Haus. Ein geschütztes Fleckchen auf dem Balkon oder der Terrasse eignet sich ebenfalls. Die Rosmarinpflanze sollte in Innenräumen immer kühl und hell stehen. Treppenhäuser, helle Garagen oder Gartenhäuser eignen sich perfekt zum Überwintern. In sehr kalten Lagen und bei eisigen Temperaturen können Sie den Busch durch ein Vlies schützen.
Achten Sie beim Überwintern auf der Terrasse auf ausreichend Schutz für den Kübel. Ein Kälteschutz zwischen Boden und Pflanzgefäß verhindert Frostschäden. Den Topf können Sie in dekorative Jute oder in praktische Luftpolsterfolie wickeln.

Im Winter sollte man Rosmarin am besten ins Haus holen.
Beim Überwintern des Rosmarins im Freien, sollte er ausreichend Schutz erhalten.

10. Eigenen Pflanzennachwuchs aus Stecklingen ziehen

Rosmarin lässt sich herrlich einfach aus Stecklingen vermehren. Sie haben bereits eine schöne Pflanze und möchten weitere? Oder ein Freund oder Bekannter hat einen üppigen Busch und Sie möchten auch so einen? Kein Problem! Schneiden Sie sich einfach ein paar Stecklinge von der Pflanze ab.

Nehmen Sie zur Vermehrung niemals die holzigen Zweige. Meistens verfaulen diese noch bevor Sie sich erste Wurzeln bilden konnten. Wählen Sie stattdessen frische Triebe. Am besten solche, die sich noch nicht weiter verzweigt haben.

Beste Zeit ist natürlich der Sommer, wenn frische Triebe zur Verfügung stehen. Entfernen Sie die Blätter vom unteren Drittel des Stecklings. Er kann direkt in ein Sand-Erde-Gemisch gepflanzt werden. Gießen Sie regelmäßig, aber nicht zu üppig. Achten Sie darauf, dass der empfindliche Steckling niemals vollständig austrocknet. Nach vier bis sechs Wochen sollten Ihre Stecklinge schon angewurzelt sein. Richtig üppig wird der kleine Rosmarin dann in der kommenden Saison austreiben.

Zur Vermehrung der Rosmarinpflanze sollten keine holzigen Zweige verwendet werden.
Rosmarin lässt sich sehr gut aus Stecklingen vermehren.

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