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Zimmerpflanzen düngen: Das richtige Nährstoffangebot schaffen

Frau hält Zimmerpflanzen
Zimmerpflanzen können Nährstoffe nicht aus der Erde ziehen. Daher müssen wir diese regelmäßig mit einem entsprechenden Nährstoffangebot versorgen.

Zimmerpflanzen sind auf Nährstoffe angewiesen, um zu überleben. Das gilt auch für alle anderen Pflanzen. Bekommt die Pflanze nicht genug Nährstoffe, entstehen Mangelerscheinungen und sie wird anfällig für Krankheiten. Im äußersten Fall kann die Pflanze sogar verenden Zimmerpflanzen düngen, unterscheidet sich von der Düngung anderer Pflanzen. Zwar sind auch Zimmerpflanzen in der Regel auf die gleichen Nährstoffe angewiesen. Die Zusammensetzung sowie Dosierung unterscheiden sich jedoch. 

Wie Sie Zimmerpflanzen richtig düngen, erfahren Sie jetzt. 

Warum sollten auch Zimmerpflanzen regelmäßig gedüngt werden?

Durch eine intensive Nutzung in der Landwirtschaft werden die Böden in regelmäßigen Abständen gedüngt, um den Nährstoffhaushalt wieder auszugleichen. Die Erde wird zwar von äußeren Einflüssen immer ein wenig mitgedüngt, jedoch reicht dies oftmals nicht aus, um hohe Erträge zu liefern.

Zimmerpflanzen brauchen auf kurz oder lang Dünger, um weiterleben zu können. Es gibt zwar einige Exemplare, die sehr pflegeleicht und genügsam sind, jedoch brauchen auch diese nach einiger Zeit Nährstoffe. Ebenso spült das Gießwasser Nährstoffe heraus, welche die Pflanze nicht nutzen konnte. Daher sind Pflanzen auf eine äußere Zufuhr von Nährstoffen in Form von Dünger angewiesen.

Welche Nährstoffe brauchen Zimmerpflanzen?

Zimmerpflanzen brauchen sowohl Luft, Licht, Wasser und Nährstoffe, um ein gesundes Wachstum zu entwickeln. Wurde die Pflanze gerade umgetopft, wird sie in der ersten Zeit durch frische Blumenerde mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Im Anschluss sind sie jedoch auf eine Nährstoffzugabe von außen angewiesen. Diese Nährstoffe der Pflanzen werden in „Hauptnährstoffe“ und Spurenelemente unterteilt.

Zu der Gruppe der Hauptnährstoffe zählen Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Jedoch sind in geringen Mengen auch die Elemente Magnesium, Schwefel, Calcium, Zink und Eisen wichtig. Doch jedes Element steht für ein anderes Bedürfnis der Pflanze. 

Bio Dünger zum Zimmerpflanzen düngen
Die Nährstoffe sind auch in Bio Düngemitteln enthalten.

Nährstoffe im Überblick:

  • Stickstoff (N) ist für das Wachstum der Pflanze zuständig. Hat die Pflanze dies nicht zur Verfügung, stagniert das Wachstum und die Blätter werden gelb oder blass-grün. Bekommen die Pflanzen zu viel des Nährstoffs, wachsen sie zu schnell, geraten aus der Form, Stängel kippen um und das Gewebe wird zu weich.
  • Phosphor (P) ist für üppige Blüten und die Ausbildung von Früchten und Samen verantwortlich. Die Blüten werden kleiner, wenn dieser Nährstoff fehlt. Es kann zu Wachstumsstörungen kommen, wenn ein Überangebot vorliegt. Aufgrund eines zu großen Angebots an Stickstoff kann die Pflanze ´den angebotenen Phosphor nur in  geringen Mengen aufnehmen.
  • Kalium (K) reguliert den Wasserhaushalt der Pflanze. Dadurch bekommt die Pflanze eine bessere Standfestigkeit, verträgt Kälte besser und die Anfälligkeit für Schädlinge nimmt ab. Das Wachstum wird gehemmt, wenn der Pflanze zu wenig Kalium zur Verfügung steht und kann im schlimmsten Fall welk werden. Steht der Pflanze zu viel Kalium zur Verfügung, kann sie kümmerlich wachsen sowie Wurzelverbrennungen und Blattschäden erleiden.
  • Magnesium (Mg) brauchen Pflanzen für viele Stoffwechselvorgänge im Inneren. Magnesium ist ein wichtiger Teil des Chlorophylls (Blattgrün). Ein Magnesiummangel zeigt sich durch Vergilben der Blätter. Jedoch bleiben die Blattadern grün.
  • Kalzium (Ca) sorgt für die Versteifung der Zellwände und Stabilität der Pflanze. Der Stoffwechsel wird unterstützt und die Pflanze wird widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Durch gelbe und fleckige Blätter zeigt sich ein vorhandener Kalziummangel.
  • Schwefel (S) braucht die Pflanze, um Vitamine und Proteine bilden zu können und um ihren Chlorophyllhaushalt führen zu können. Ebenso ist Schwefel vonnöten, um den zugeführten Stickstoff auch nutzen zu können. Ein Schwefelmangel macht sich in einem kümmerlichen Wuchs und vergilben von jungen Blättern bemerkbar.

Wie sollten Sie Zimmerpflanzen düngen?

Pro Quadratmeter enthält der Gartenboden mit rund drei bis fünf Prozent Humusanteil etwa 800 bis 1.300 g Stickstoff. Zwei Prozent der Mikroorganismen werden bei einer guten Bodenstruktur und regelmäßiger Lockerung über das Jahr freigesetzt. Daraus ergibt sich pro Quadratmeter eine jährliche Stickstoffmenge von 16 bis 26 g.

Um dazu einmal einen Vergleich zu ziehen: Handelsübliches Blaukorn (100g) enthält nur 15 g Stickstoff. Zudem liegt der Stickstoff als wasserlösliches Nitrat vor. Ein großer Teil wird daher auch ausgewaschen, ohne dass die Pflanze einen Nutzen davon hat. 

Die gleiche Menge Stickstoff liegt bei drei Liter Gartenkompost mit einem durchschnittlichen Nährstoffgehalt vor. Jedoch enthält dies auch die sechsfache Menge Kalzium. Dies ist auch der Hauptgrund, warum sich Kompost nicht für jede Art Pflanzen eignet. 

Zimmerpflanze düngen
Düngen Sie Ihre Zimmerpflanzen immer, wenn es erste Anzeichen gibt, dass Nährstoffe fehlen.

Womit sollten Sie Zimmerpflanzen düngen?

Eine Überdüngung der Zimmerpflanzen sollten Sie in jedem Fall vermeiden, da die Pflanze davon im äußersten Fall absterben kann. Beim Dünger ist weniger oftmals mehr. Geben Sie Ihren Zimmerpflanzen lieber in regelmäßigen Abständen kleine Düngergaben als einmal sehr viel.

Es gibt unterschiedliche Arten von Dünger für Zimmerpflanzen. Der Fachhandel bietet Flüssigdünger, Granulate, Pulver und auch Düngestäbchen. In vielen Fällen eigenen sich die angebotenen Dünger nicht nur für eine Pflanzenart, sondern für mehrere. Wenn Sie solche Produkte verwenden, sollten Sie unbedingt die Anwendungsempfehlung und Anleitung auf der Verpackung des Herstellers befolgen. 

Der Düngerbedarf kann je nach Pflanze sehr unterschiedlich sein. Dies hängt von den Ansprüchen der Pflanze ab. Pflanzen mit großen Blättern und starken Wachstum benötigen mehr Stickstoff als solche, die Blüten und Früchte bilden. Diese benötigen mehr Phosphor. Die Widerstandsfähigkeit und für die Wurzelbildung brauchen Zimmerpflanzen vor allem Kalium. Es gibt jedoch unterschiedliche Dünger für Zimmerpflanzen.

Bio Dünger zum Zimmerpflanzen düngen
Es gibt verschiedene Bio Dünger, die sich zum Zimmerpflanzen düngen eignen.

Organische Bio-Dünger

Viele Gärtner schauen heutzutage auf die Nachhaltigkeit und möchten dies auch bei ihren Pflanzen umsetzen. Organische Dünger haben einen positiven Einfluss auf das Pflanzenwachstum. Zu den organischen Düngern zählen Kompost und auch Stallmist. Diese beiden Mittel werden in ihrer ursprungsform gern im Garten eingesetzt. Im Fachhandel bekommen Sie Produkte, die dies enthalten, aber nicht den Geruch verbreiten und eine solche Arbeit machen.

Bio-Flüssigdünger

Mit dem Gießwasser lässt sich Flüssigdünger direkt in das Substrat abgeben. Die Nährstoffe liegen bei diesem Dünger in flüssiger Form vor. Es sind lösliche Salze, die für die Pflanze direkt verfügbar sind. Jedoch besteht hierbei die Gefahr der Überdüngung, da der Flüssigdünger schlecht zu dosieren ist. 

Bei einem Bio-Flüssigdünger werden jedoch nicht alle Nährstoffe auf einmal freigegeben, da sich ein hoher organischer Anteil in diesem befindet. Dadurch wird die Pflanze über einen längeren Zeitraum sicher mit Nährstoffen versorgt. Für kräftige Wurzeln und eine wahre Blätterpracht sorgen Stickstoff und Kalium im Dünger. Zudem enthalten diese Mikroorganismen, die das Wachstum der Wurzeln fördern. 

Bilden die Zimmerpflanzen nicht nur grüne Blätter, sondern auch große Blüten, sollten Sie auf Blühpflanzendünger zurückgreifen. Dieser hat eine andere Nährstoffzusammensetzung als ein Grünpflanzendünger. 

Bio-Langzeitdünger

Es gibt auch Dünger in fester Form. Die Pflanze wird von den organischen Langzeitdüngern über einen wesentlich längeren Zeitraum mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt als es viele Mineraldünger könnten. Mikroorganismen zersetzen die Nährstoffe und stellen diese den Pflanzen langfristig zur Verfügung.

Zudem unterstützen biologische Dünger den Humusaufbau im Boden. Dies wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt der Pflanze aus. Die Langzeitdüngung bietet zudem viele Vorteile:

  • Diese Dünger beinhalten keine Chemie, daher besonders umweltschonend
  • Der Humusaufbau wird gefördert und langfristig die Bodenqualität verbessert
  • Eine Gefahr der Überdüngung besteht nicht
  • Verbessert das Bodenleben und die Bodenstruktur
  • Natürliche Langzeitwirkung

Hausmittel zum Zimmerpflanzen düngen einsetzen

Möchten Sie auf handelsüblichen Dünger verzichten, findet sich in Ihrem Haushalt viel Material, um die Zimmerpflanze alternativ zu düngen. Dafür eignen sich Kaffeesatz, Holzasche oder auch Eierschalen.

Zimmerpflanzen düngen mit Kaffeesatz
Kaffeesatz eignet sich als Düngemittel.

In die oberste Erdschicht lässt sich getrockneter Kaffeesatz ganz einfach einarbeiten. In diesem sind noch Stickstoff, Kalium und Phosphor enthalten. Die Nährstoffe kann die Pflanze hervorragend aufnehmen. Kaffeesatz wirkt sich leicht sauer auf den pH-Wert des Bodens aus. 

Zimmerpflanzen düngen mit Eierschalen
Auch Eierschalen eignen sich bestens zum Düngen.

Das Gegenteil bewirken zerkleinerte Eierschalen. Diese enthalten Kalk und andere Mineralstoffe, die für die Pflanze wichtig sind. Eierschalen sollten Sie jedoch nur zugeben, wenn die Pflanze einen höheren pH-Wert bevorzugt. 

Auch Holzasche aus dem hauseigenen Kaminofen lässt sich hervorragend als Dünger einsetzen. Diese bietet sich jedoch aufgrund ihrer stark alkalischen Eigenschaft nicht für jede Pflanze an. Holzasche enthält viel Kalium, zugleich jedoch auch Kalk und Spurenelemente. Asche ist auch sehr hilfreich bei Pilzerkrankungen und wirkt Fäulnis entgegen. 

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